Erdgas ist eine umweltfreundliche Alternative zu Erdöl und Kohle und ist dennoch keineswegs unbedenklich mit Blick auf die Umwelt. Denn Erdgas besteht aus verschiedenen Gasen, zu denen unter anderem das leicht brennbare Methan gehört, welches den größten Anteil von Erdgas ausmacht. Doch wie entsteht Erdgas überhaupt und kann dies vielleicht sogar bei der Einhaltung der Klimaziele helfen? Diese Fragen möchten wir Ihnen im Folgenden beantworten.

So entsteht Erdgas

Neben Erdöl und Kohle gehört Erdgas zu den fossilen Brennstoffen und entstand vor etwa 600 Millionen Jahren aus Algen, die im Schlamm des Urmeeres versanken. Diese hatten somit keinen Zugang zu Sauerstoff, welcher für den Verwesungsprozess benötigt wird. Zudem wurden die Algen mit der Zeit unter einer Gesteinsschicht begraben, wodurch diese einer hohen Temperatur und einem starken Druck ausgesetzt waren. Mit der Zeit verwandelten sich die Algen auf diese Weise in Methan, das zu den Bestandteilen des Erdöls gehört. Auch an Land verschwanden während dieser Zeit Pflanzenreste im sumpfigen Boden, wo diese ebenfalls einem großen Druck und hohen Temperaturen ausgesetzt waren. Im Laufe der Zeit wurden die Pflanzenreste zu massiver Kohle, wobei sich Fettsäuren abspalteten. Aus diesen entstand durch eine Reihe chemischer Prozesse Methan. Aus diesem Grund findet man Erdgas häufig unter tiefen Schichten von Steinkohle.

Wie wird Erdgas gefördert?

In der Regel durchläuft das Erdgas an der Stelle, wo dieses gefördert wird, eine Reihe von aufwendigen chemischen Prozessen. Dadurch sollen die folgenden Nebenbestandteile aus dem Erdgas herausgefiltert werden:

  • Edelgase wie Helium, das unter anderem als Kühlmittel verwendet wird
  • Giftige Stoffe wie Schwefel, Kohlenstoffdioxid oder Stickstoff müssen umweltverträglich entsorgt oder gelagert werden
  • Sand und Wasser
  • Radioaktiver Bohrschlamm, der durch radioaktive Substanzen belastet ist und bei den Bohrungen anfällt

Heizen und Tanken mit Erdgas

Beim Verbrennen von Erdgas wird Wärmeenergie freigesetzt, die auf folgende Arten genutzt werden kann:

  • Die Wärme kann zum Beheizen von Wohnräumen oder zum Kochen verwendet werden
  • In der Metallindustrie werden Schmelz- und Hochöfen mit Erdgas beheizt
  • Ziegeleien, Zementwerke oder Großbäckereien beheizen ihre Öfen mit Erdgas

Einer Statistik des Bundesamts für Wirtschaft und Umwelt zufolge wurde bereits im Jahr 2014 in jeder zweiten neuen Wohnung eine Erdgasheizung installiert. Privatpersonen können innerhalb weniger Minuten auf klimaneutrales Erdgas von Entega (W) wechseln und auf diese Weise in Zukunft CO2-Neutral und gleichzeitig günstig heizen. Neukunden, die sich für einen Wechsel auf klimaneutrales Erdgas entscheiden, erhalten hierfür zudem eine attraktive Neukundenprämie und profitieren auf diese Weise gleich mehrfach.

Mit Strom aus Erdgas zur Energiewende

Im Bereich der Stromerzeugung spielt Gas hierzulande bislang nur eine Nebenrolle. Doch nach Vorstellung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie sollen Gas-Kraftwerke in der Zukunft einen wichtigen Beitrag zu der Energiewende leisten. Durch diese sollen Schwankungen bei der Stromerzeugung mit Sonne und Wind aufgefangen werden, da kleinere Kraftwerke bei Bedarf ganz flexibel zugeschaltet werden können.

Vor- und Nachteile von Erdgas

Die Nutzung von Erdgas geht mit einer ganzen Reihe von Vor- und Nachteilen einher, die wir Ihnen selbstverständlich nicht vorenthalten möchten.

Vorteile: 

  • Im Gegensatz zu der Beheizung mit Holzpellets oder Heizöl wird kein Lagerraum benötigt
  • Die Versorgung mit Erdgas verläuft relativ unproblematisch und sauber
  • Durch moderne Installations- und Sicherheitstechnik wird eine hohe Sicherheit gewährleistet
  • Erdgas ist in vielen Teilen Deutschlands verfügbar
  • Da Erdgas einen höheren Brennwert als Heizöl hat, ist dieses für Brennwertheizungen hervorragend geeignet
  • Erdgas ist nicht giftig
  • Bei der Verbrennung wird durch Erdgas weniger Kohlendioxid als durch eine Ölheizung erzeugt
  • Erdgas verbrennt staub- und rußfrei
  • Die Versorgungssicherheit von Erdgas wird durch die Energiewirtschaft permanent gewährleistet
  • Die Konkurrenz auf dem Erdgasmarkt wird immer größer, was zu sinkenden Preisen führt

Nachteile:

  • Erdgas ist Explosiv
  • Erdgasleitungen dürfen ausschließlich von Fachleuten verlegt und Reparaturen und Installationen nur durch diese vorgenommen werden
  • Die Nutzung von Erdgas ist nur dann möglich, wenn das jeweilige Grundstück an eine Erdgasleitung angeschlossen ist
  • Da es sich bei Erdgas um einen fossilen Brennstoff handelt, ist dieser irgendwann aufgebraucht, weshalb die Preisentwicklung schwer abgeschätzt werden kann
  • Die Preise für Erdgas steigen analog zu dem Heizöl-Preis, was allerdings sehr umstritten ist
  • Erdgas günstig auf Vorrat zu kaufen ist nicht möglich
  • Deutschland ist, was die Versorgung mit Erdgas betrifft, auf andere Länder wie Russland, Norwegen, den Niederlanden und Großbritannien abhängig
(Bildrechte: Foto von Jan-Rune Smenes Reite von Pexels)

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