Radon ist überall in der Atmosphäre vorhanden. Das unsichtbare Gas ist geruchsneutral und auch über die übrigen Sinne nicht wahrnehmbar. Deshalb wird die Gefahr vom weitaus größten Teil der Bevölkerung nicht erkannt. Dabei ist Radon laut den Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) nach dem Rauchen die häufigste Ursache für Lungenkrebs.

Was ist Radon?

Radon ist ein Nachfolgeprodukt von Uran. Das chemische Element ist überall im Muttergestein und im Boden enthalten. Es unterliegt andauernden Zerfallsprozessen, bei denen u. a. Radon entsteht. Das Gas tritt an die Oberfläche und auf freiem Feld verflüchtigt es sich schnell.

In geschlossenen Räumen bei nicht ausreichender Belüftung kann es jedoch zu hohen Konzentrationen kommen. Vor allem in Kellerräumen und im Erdgeschoss wird es oft über längere Zeit eingeatmet, ohne dass die Betroffenen diesen Umstand zur Kenntnis nehmen.

Wie wirkt Radon auf den Menschen?

Auch Radon unterliegt Zerfallsprozessen. Dabei entstehen kurzlebige Folgeprodukte wie die radioaktiven Isotope Wismut, Polonium und Blei, die sich in der Luft an Staubteilchen und Aerosolen anlagern. Über die Atemluft gelangen diese Verbindungen in die Lunge. Während Radon selbst wieder ausgeatmet wird, bleiben die Isotope im Lungengewebe haften und zerfallen dort weiter. Die dabei entstehende Alphastrahlung schädigt das Erbgut der Zellen in der Lunge. Bei ausreichend bemessener Disposition entsteht in den meisten Fällen Lungenkrebs. Sowohl die WHO (Weltgesundheitsorganisation) als auch das BfS klassifizieren Radon als krebserregende Substanz.

Wo tritt Radon auf?

Zwar weist das BfS seit 2021 besonders gefährdete Gebiete aus und verortet sie vor allem in Bayern, Sachsen, dem Fichtelgebirge und dem Schwarzwald. Allerdings ist das Vorkommen von Radon sowohl regional als auch lokal sehr unterschiedlich ausgeprägt und ohne Weiteres nicht erkennbar. 

Bewohner können nun Radon Messgeräte kaufen zum Schutz (W) der eigenen Gesundheit. Dies ist ein erster Schritt, um sich den Gefahren zu entziehen. Denn nur wer um die Gefahr weiß, kann Gegenmaßnahmen veranlassen.

Eintrittspfade in den Wohn- und Arbeitsbereich

Am ehesten dringt Radon durch Risse und Spalten im Fundament und im erdnahen Mauerwerk ins Gebäude ein. Auch über die Gänge von Strom- und Gasleitungen gelangt das Gas leicht ins Innere. Zudem ist Radon wasserlöslich und wird über das Rohrsystem und das Trinkwasser selbst transportiert. 

Im Allgemeinen gilt, dass mit der Porosität der Bausubstanz die Gefahr eines Eindringens in die Wohn- und Arbeitsbereiche zunimmt.

Grenzwerte

Die Messung der Radonbelastung ist die einzige Möglichkeit, um zu erkennen, ob sich ein Gebäude im Risikobereich befindet. Die Belastung wird in Becquerel gemessen. Der von der WHO festgelegte Grenzwert beläuft sich dabei auf 100 Bq/m³. Schon dann wird das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, um 16 % erhöht.

In Deutschland sehen das die entsprechenden Stellen kulanter. Für öffentliche Gebäude und Arbeitsplätze wird davon ausgegangen, dass bis zu 300 Bq/m³ keine Maßnahmen der Sanierung erforderlich sind. Ab diesem Wert allerdings ist ein Tätigwerden verpflichtend. In Wohnbereichen greift noch keine gesetzliche Pflicht.

Maßnahmen zum Radonschutz

Je höher der Gehalt von Radon in der Atemluft in Räumen und Gebäuden gemessen wird, desto wichtiger wird es, die Konzentration in den entsprechenden Lokalitäten zu senken. Diese Maßnahmen müssen durch weitere Messungen begleitet werden, um den jeweiligen Erfolg abzuschätzen.

Radonschutz bei Altbauten

Eine erste und günstige Lösung bei Altbauten ist das regelmäßige Stoßlüften, wobei darauf geachtet werden sollte, dass durch das Öffnen mehrerer Fenster in kurzer Zeit ein schneller und kompletter Luftaustausch stattfindet. Wenn dadurch keine Verbesserung der Radonbelastung gemessen werden kann, ist zu handfesten Maßnahmen zu greifen. 

So können die Öffnungen des Leitungssystems im Kellerbereich mit dauerelastischer Kittmasse und einfachem Werkzeug abgedichtet werden. Kellertüren werden mit umlaufenden Dichtungsprofilen gesichert und ein automatischer Türschließer erhöht zusätzlich die Sicherheit. Ab dann müssen Fachleute hinzugezogen werden, die auch kleinste Risse im Mauerwerk identifizieren und professionell abdichten. Eine international erprobte Sanierungsmaßnahme ist die Absaugung radonhaltiger Bodenluft. 

Radonschutz bei Neubauten

Bei Neubauten schreibt das Gesetz zum Strahlenschutz vor, zumindest Arbeitsplätze und Aufenthaltsräume zu sichern. Diese Maßnahmen können auf Wohnhäuser übertragen werden. So blockiert eine solide Bodenplatte aus wasserundurchlässigem Beton gegen Bodenfeuchte das Eindringen von Radon. Zusätzlicher Schutz wird mit speziellen Radonfolien erreicht.

(Bildrechte: Foto von Radonova.de)

Tranzparenz-Hinweis: Wir kennzeichnen redaktionelle Artikel und Affiliatelinks mit denen wir Geld verdienen.