Viele ältere Immobilienbesitzer stehen vor dem Problem, dass diese zwar über Eigentum verfügen, doch monatlich mit wenig Geld auskommen müssen. Seit 2018 haben diese die Möglichkeit eines Teilverkaufs, wodurch diese von zusätzlichen finanziellen Mitteln profitieren. Worum es sich bei einem Teilverkauf genau handelt und was man dabei beachten sollte, das möchten wir Ihnen in dem folgenden Beitrag verraten. 

Was versteht man unter Teilverkauf?

Seit einigen Jahren werden Teilverkäufe von der Deutsche Teilkauf (W) angeboten. Dabei wird der Käufer durch einen Kaufvertrag zum Miteigentümer an einer Immobilie, während dem Teilverkäufer ein sogenanntes Nießbrauchrecht eingeräumt wird. Auf diese Weise kann der Teilverkäufer auch weiterhin in der eigenen Immobilie wohnen bleiben, wohingegen der Käufer als stiller Teilhaber fungiert. Zwar ist die Instandhaltung der Immobilie auch im Anschluss an einen Teilverkauf durch den Teilverkäufer zu gewährleisten, wofür dieser allerdings auch weiterhin sämtliche Einnahmen erhält, die mit der Immobilie erwirtschaftet werden.

So funktioniert der Teilverkauf

Wer sich für den Teilverkauf einer Immobilie entscheidet, der sollte als Erstes mit dem Käufer die notwendigen Details besprechen, woraufhin man eine unverbindliche Einschätzung bekommt.

Im Anschluss daran wird der Wert der Immobilie durch einen Sachverständigen ermittelt und danach erhält, welches man annehmen oder ablehnen kann. Entscheidet man sich dafür, das Angebot anzunehmen, so wird im nächsten Schritt ein Kaufvertrag unterschrieben, wonach man den vereinbarten Kaufpreis erhält. 

Das erinnert im Prinzip an einen klassischen Immobilienverkauf. So fallen auch bei einem Teilverkauf die gleichen Steuern und Abgaben an wie bei einem regulären Immobilienverkauf.

Teilverkauf meist für ältere Immobilieneigentümer

Teilkauf-Angebote richten sich in der Regel an ältere Immobilienbesitzer im Alter zwischen 60 und 65 Jahren. Zumeist werden bei einem Teilverkauf bis zu 50 Prozent an der eigenen Immobilie verkauft, wobei deren Wert jedoch mindestens 100 000 Euro betragen muss. Aus diesem Grund muss eine Immobilie mindestens 200 000 Euro wert sein, damit diese überhaupt für einen gewerblichen Teilverkauf infrage kommt. Allerdings gibt es hierbei Unterschiede zwischen den verschiedenen Anbietern, weshalb sich Interessenten im Vorfeld bei diesen über den Mindestwert einer Immobilie informieren sollten.

Leistungen und Kosten bei einem Teilverkauf

Teilverkäufer, deren Immobilie einen Wert von 500 000 Euro hat und davon 20 % verkaufen, erhalten dafür etwa 100 000 Euro von dem Käufer, was unter anderem von dem Zustand der Immobilie abhängt. Hierfür erhält der künftige Teilhaber wiederum eine vertraglich vereinbarte Nutzungsgebühr, die etwa 3 Prozent von dessen Anteil. Somit würde die monatliche Gebühr 250 Euro betragen. Hierfür genießt der Verkäufer jedoch ein lebenslanges Nießbrauchrecht, welches im Grundbuch eingetragen wird. Dadurch kann der Verkäufer auch weiterhin frei über die Immobilie verfügen und diesem wird zudem ein vererbbares Vorverkaufsrecht an dem verkauften Anteil eingeräumt. Die Kosten für Instandhaltung und Renovierungen trägt dagegen weiterhin der Teilverkäufer, wodurch sich stille Teilhaber von Vermietern unterscheiden. 

Lohnt sich ein Immobilien-Teilverkauf?

Vor allem für ältere Immobilienbesitzer kann ein Teilverkauf eine Möglichkeit darstellt, die eigene Immobilie zu Geld zu machen, ohne diese komplett zu verkaufen. Denn besonders für Immobilienbesitzer, die ihre Immobilie selbst bewohnen, stellt ein Verkauf eine drastische Veränderung dar. Im Anschluss an einen Teilverkauf können diese ihre Immobilie dagegen weiterhin bewohnen und auch weiterhin selbst entscheiden, welche Renovierungen, Sanierungen oder Umbauten an der Immobilie durchgeführt werden.

Und wer den verkauften Anteil später zurückkaufen, der kann dies ebenfalls tun. Zum Beispiel nach der Auszahlung einer Versicherungssumme und nach dem Tod des Teilverkäufers kann dessen Anteil auch von den Kindern zurückgekauft werden. Somit kann ein derartiger Teilverkauf durchaus eine vielversprechende Möglichkeit für Immobilienbesitzer darstellen, die akuten Kapitalbedarf haben. Allerdings nur dann, wenn deren Immobilie mindestens einen Wert von 200 000 Euro hat.

(Bildrechte: Bild von Karsten Bergmann auf Pixabay)

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