Die offenen Fugen in einer Klinkerfassade haben ihren Sinn. Sie hinterlüften die Vorsatzschale aus Klinker und sorgen für den Abtransport überschüssiger Feuchtigkeit, damit die Wärmedämmung und die Innenwand trocken bleiben. Diese Lüftungsfugen (Stoßfugen) findet man in der Regel am Sockel eines Hauses und über bzw. unter den Fenstern.

Eigentlich macht man sich ab Übergabe des Hauses keine Gedanken mehr über diese Stoßfugen. Es sei denn man entdeckt, dass sich diverse Insekten über sie einen Zugang in die Hohlräume der Fassade verschaffen. Okay, Spinnen und anders Kleingetier sind wahrscheinlich völlig harmlos. Aber letztes Jahr hatten wir unter dem Giebel ein Wespennest an genau solch einer Stelle. Die Wespen sind irgendwann wieder verschwunden und wir haben das Thema ad acta gelegt.

Auch Hummeln bauen Nester über Stoßfugen

Auch Hummeln bauen Nester über Stoßfugen

In diesem Sommer kamen dann allerdings die Hummeln auf die glorreiche Idee, es ihren gelb-schwarz gestreiften Kollegen gleichzutun. Dieses Mal an der Terrasse auf Bodenniveau. Aber wieder durch eine Stoßfuge, die eigentlich nur für die Hinterlüftung der Fassade und nicht als Insekten-Hotel gedacht war.

Inzwischen haben wir uns schon Gedanken gemacht, was man dagegen tun kann. Nun sind mir Hummeln wesentlich sympathischer als Wespen. Aber das Problem  ist dasselbe: Was passiert mit dem Nest hinter der Fassade? Nach langem Recherchieren bin ich dann auf die Bienenbeisser aufmerksam geworden. Das sind Stoßfugenlüfter aus rostfreiem Stahl, die einfach in die Stoßfugen geklemmt werden. Das soll ganz einfach und ohne Werkzeug funktionieren. Die Bienenbeisser verhindern das Eindringen von Insekten und die Hinterlüftung bleibt trotzdem gewährleistet. Und es wird wohl auch das Risiko der Schimmelbildung an der Innenwand vermieden. Dieses Produkt müssen wir uns wohl mal genauer anschauen.

Stossfugenluefter aus Kunststoff

Stoßfugenlüfter aus Kunststoff

Es gibt auch Alternativen zu den Bienenbeissern aus Edelstahl. Denn solche Stoßfugenlüfter gibt es auch aus Kunststoff. Die Kunststoff-Lüfter haben ein paar wesenliche Vorteile gegenüber den Edelstahl-Lüftern: Sie sind preiswerter und  flexibler. So kann man die Lüfter aus Kunststoff zuschneiden oder auch mal zwei neben- oder übereinander stecken, wenn die Fuge doch keine Normmaße hat. Da die Bienenbeisser z.B. auch  starrer sind, kann es beim Einsetzen in mörtelbeschmutzte Fugen Probleme geben. Beim Entfernen der Mörtelreste können im schlimmsten Fall vielleicht sogar die Klinker- oder die anderen Fugen beschädigt werden. Kunststoff-Stoßfugenlüfter kann man u.a. im Onlineshop von www.fugenluefter.de bestellen.

Update:
Die Fa. BB-Hoogeveen B.V., Patentinhaber der Bienenbeisser, war so nett, mir ein paar Muster zu schicken. So konnte ich mir ein eigenes Bild über die Qualität und die Handhabung dieser hochwertigen Stoßfugenlüfter aus Edelstahl machen. Es gibt die Bienenbeisser in zwei Größen. Standard (50 mm) und Hoch (70mm), je nachdem, welche Klinkerart man hat. Bei uns passen z.B. nur die Standardlüfter in die Fugen. Diese kann man aber wirklich ganz einfach etwas zusammendrücken und leicht in die offenen Fugen drücken. Die Fugen sind damit wirklich verschlossen und dennoch zirkulationsoffen. Echt eine coole Erfindung.



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