Gartenplanung: Was müssen Sie beachten?

Struktur in einem Bauerngarten

Struktur in einem Bauerngarten
© Matthias Blaß

Wenn Sie ihren Garten gestalten wollen, egal ob eine komplette Neugestaltung oder einen Garten einfach noch mal aufhübschen, müssen Sie sich zuerst gut überlegen, wie ihr Garten später einmal aussehen soll. Jeder Garten hat seine Eigenheiten und wenn Sie diese berücksichtigen, wird aus Ihrem Garten ein kleines Paradies.

Lage und Klima Ihres Gartens ist wichtig bei der Gartenplanung

Um Ihren Garten optimal zu gestalten müssen Sie sich zuerst über die Lage und das Klima informieren. Nur wenn Sie Pflanzen kaufen, die mit dem vorherrschenden Klima vereinbar sind werden diese auch wunderschön wachsen. Je nach Klima, also etwas kälter im Norden, etwas wärmer im Süden finden sich Pflanzen, die Ihren Garten zu einem Kleinod machen. Ein so genanntes Gartentagebuch hilft bei der Planung Ihres Gartens: notieren Sie sich alles, was Ihnen auffällt. Wie ist die Wind- und Wetterlage, wann gibt es den meisten Sonnenschein, welche Plätze in Ihrem Garten sind immer im Schatten und so weiter.

Der Boden

Unterschiedliche Bodenschichten im Garten

Unterschiedliche Bodenschichten im Garten
© Matthias Blaß

Bevor Sie etwas pflanzen sollten Sie genau wissen, wie sich der Boden Ihres Gartens verhält. Dazu können Sie an verschiedenen Stellen Löcher graben und die ausgehobene Erde auf ihre Eigenschaften hin prüfen. Nur auf der Humusschicht, die auch Mutterboden genannt wird wachsen die Pflanzen. Die Bodenart können Sie ganz einfach bestimmen, in dem Sie eine handvoll Erde auf die Handfläche geben und sie etwas befeuchten. Aus den nachfolgenden Eigenschaften können Sie so leicht Ihren Boden bestimmen.

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  • Der Sandboden: er rinnt durch die Finger und bildet keine Klumpen
  • Der lehmige Sandboden: er krümelt
  • Der mittelschwere, sandige Lehmboden: er ist zwar formbar, zerbricht aber in Klumpen
  • Der Lehmboden: er hält zusammen und lässt sich in der Hand gut pressen und formen
  • Der Tonboden: er lässt sich in der hand zu Würsten formen
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Auch der pH-Wert Ihres Bodens ist für die Pflanzen ebenso wichtig, wie sein Nährstoffgehalt. Fast alle Böden haben einen neutralen pH-Wert von 7 und sind so für die meisten Pflanzen geeignet. Beim Kauf von Pflanzen sollten Sie also unbedingt darauf achten, ob dies in Ihrem Boden auch überleben würden. Im Gartencenter gibt es kleine Teststreifen, mit denen Sie selbst den pH-Wert Ihres Bodens bestimmen können.

Gründliche Planung ist alles

Es gibt ein paar Fragen, die Sie sich vor dem Beginn Ihrer Gartenplanung stellen sollten. Wie soll der Garten später einmal aussehen? Wird der Garten auch von Kindern mitbenutzt? Soll er zum entspannen, oder zum werkeln da sein? Der Garten ist ein Ort für die ganze Familie, am besten ist es also, wenn jedes Familienmitglied seine Wünsche dazu äußern darf. Erstellen Sie hierzu eine Wunschliste, auf der alle eintragen können, was sie später im Garten haben möchten. In der nachfolgenden Liste finden Sie ein paar Beispiele dazu.

Wunschliste für die Gartenplanung (PDF-Download)

Wünsche müssen nicht nur Wünsche bleiben, die meisten Dinge auf Ihrer Liste sind umsetzbar. Manche davon vielleicht erst in ein paar Jahren, aber die Grundplanung steht. Ihr Garten wird nicht immer so bleiben, wie er ist, das ist das Schöne daran, er kann immer wieder verändert werden.

Nun sollten Sie sich auf dem Papier überlegen, wie Ihr Garten denn werden soll. Erstellen Sie eine maßstabsgetreue Zeichnung oder lassen Sie sich dabei vom Computer helfen. Ein kleiner Trick hierbei: nehmen Sie transparentes Papier und legen Sie es über den Bauplan Ihres Grundstückes. Nun können Sie alles eintragen und sehen genau, was passt und was vielleicht nicht.

Gartenplanung: Diesen Gartenelementen sollten Sie einen Platz einräumen

Sitzplatz: Es muss nicht immer eine Terrasse sein, oft genügt auch eine Bank an einem schattigen Plätzchen oder ein paar Gartenmöbel. Auch eine Hollywoodschaukel gehört nicht mehr nur ins Reich der Träume.

Wege: Wege verhelfen nicht nur zu trockenen Füßen, sie können den Garten auch gliedern. Sie sollten aber immer darauf achten Materialien zu verwenden, die zu Ihrem Garten und den Elementen darin passen.

Sichtschutz: Ihr Garten gehört ganz Ihnen und Ihrer Familie, da haben neugierige Blicke von Nachbarn nichts zu suchen. Es gibt viele Möglichkeiten einen schönen Sichtschutz zu erstellen: Hecken und Rankgitter fügen sich gut in den Garten ein.

Auch die Hasen erfreuen sich am Rasen

Auch die Hasen erfreuen sich am Rasen
© Matthias Blaß

Rasen: Eine schöne, gepflegte Rasenfläche gehört in jedem Fall zu einem schönen Garten dazu. Wenn Sie der englische Rasen zu viel Zeit kostet können Sie auch eine Blumenwiese anlegen.

Bäume und Sträucher: Hier sollten Sie unbedingt darauf achten, wie hoch diese Gewächse werden. Sie bilden mit das Gerüst eines Gartens.

Blumenbeete: Ein bisschen Farbe gehört in jeden Garten. Die holen Sie sich mit Blumen in allen Formen und Farben schnell und einfach dazu. Wer sitzt nicht gerne zwischen blühenden und duftenden Blumen in seinem eigenen kleinen Paradies?

Erst denken, dann handeln

Bevor Sie nun anfangen zu bauen und zu pflanzen sollten Sie Ihre Planung noch einmal gründlich durchdenken.

Fragen, die Sie sich stellen sollten:

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  • Wo brauchen Sie Stromanschlüsse?
  • Wo brauchen Sie Wasseranschlüsse?
  • Möchten Sie eine Regenrückgewinnungsanlage?
  • Wo soll der Kompost gelagert werden?
  • Welches Material möchten Sie für die Wege nutzen?
  • Wo sollen die Gartengeräte und -möbel hin?
  • Gibt es ungünstiges Gelände und müssen dort Maßnahmen wie Drainage oder Stützen ergriffen werden?
  • Welche Pflanzen möchten Sie in Ihrem Garten, welche alten dürfen bleiben?
  • Muss der Boden zuerst bearbeitet werden?
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Gartenplanung: Das Thema Bodenverbesserung

Regenwürmer sind natürliche Bodenverbesserer

Regenwürmer sind natürliche Bodenverbesserer
© M.Großmann / pixelio.de

Ein guter Boden ist das A und O für einen schönen Bewuchs. Nur in gutem Boden gedeihen Ihre Pflanzen optimal. Nicht jeder Boden ist direkt als Gartenboden nutzbar. In Neubaugebieten werden Böden oftmals durch Baumaschinen verdichtet und in alten Gärten kann der Boden schon zu ausgelaugt sein. Das lässt sich aber beides mit einer Bodenlockerung beheben, die entweder mit Maschinen vorgenommen wird, oder durch Düngung erreicht werden kann.

Diese Düngung kann mit Hilfe von Pflanzen wie Lupinen, Ackerbohnen oder Luzernen erfolgen. Sie haben tiefreichende Wurzeln und reichern den Boden noch zusätzlich mit Stickstoff an. Es kommt immer auf die Beschaffenheit des Bodens an, aber manchmal kann er auch mit Sand, oder Kompost, Lehm oder Rindenhumus angereichert werden. Diese Materialien helfen den Boden wieder mir Mikroorganismen anzureichern. Je besser der Boden ist, desto weniger muss man seine Pflanzen später pflegen.

7 goldene Regeln der Gartenplanung

Heutzutage kann jeder seinen Garten genau so gestalten, wie es ihm gefällt. Es gibt Unmengen an verschiedenen Möglichkeiten den Garten zu einem eigenen kleinen Paradies zu machen. Man kann seinen Garten auch in verschiedene Stilrichtungen einteilen – hier eine kleine asiatische Ecke mit Bambus und Buddha und dort ein verträumter Rosenpavillion. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, allerdings sollte man auf eine harmonische Gartengestaltung achten. Es gibt ein paar ganz einfache Dinge die garantieren, dass Ihr Garten zum perfekten Ort der Entspannung wird.

Stil: Pflanzen und Materialien sollten zum Stil des Gartens passen. Sie können natürlich verschiedene bereiche für verschiedene Stilrichtungen nutzen, aber achten Sie auf die Harmonie. Weniger ist auch hier oftmals mehr.

Grundgerüst: Eine gute Struktur ist wichtig für den Garten, so dass nicht alles wild durcheinander wächst. Diese können Sie durch Wege, Hecken, Sitzplätze oder Gehölze erreichen. Ein Garten ist selten topfeben, spielen Sie ruhig mit dem Gelände. Hügelbeete, Pergolen oder Senken machen einen Garten spannend und geheimnisvoll.

Formen: Gerade die Wege können sich sanft schlängeln durch Ihren Garten ziehen, vermeiden Sie aber unnötige Kurven. Sträucher und Bäume können in jede beliebige Form geschnitten werden und ein Blumenbeet muss nicht immer rechteckig sein.

Sichtschutz: Ein Sichtschutz garantiert Ihnen Entspannung und Geborgenheit in Ihrem eigenen Garten. Dieser muss nicht aus Mauern bestehen, Hecken oder Rankgitter sind eine schöne Alternative.

Raumgefühl: Dieses Raumgefühl erreichen Sie durch bestimmte Blickfänge wie etwa Brunnen, Wasserspiele oder Skulpturen.

Pflegbarkeit: Sie sollten sich in Ihrem Garten frei bewegen können und zum wässern und düngen problemlos an alle Ihre Pflanzen herankommen. Beachten Sie den enormen Pflegeaufwand großer Rasenflächen.

Pflanzen: Überlegen Sie sich schon vor dem Kauf, welche Pflanzen gut miteinander harmonieren und wie hoch sie werden. Stauden sollten Sie immer in Gruppen von 4-6 pflanzen, dann kommen sie schön zur Geltung. Achten Sie auch auf die Blühzeiten Ihrer Pflanzen damit Sie möglichst lange Farbe im Garten haben.

Und nun viel Spaß bei der Planung Ihres eigenen kleinen Gartens!

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