Vielfältig und einfach zu verlegen

Damit die Einrichtung gut zur Geltung kommt und wir uns im jeweiligen Wohnraum wohlfühlen, verlangt es nach einer entsprechenden Basis – dem Boden. Ein Parkettboden ist für viele das höchste der (Wohn-)Gefühle. Aber so ein relativ kostenintensives „Parkett für Generationen“ ist nicht jedermanns Sache und die Verlegung alles andere als leicht. Gute Gründe, weshalb sich das sogenannte Fertigparkett stetig steigender Beliebtheit erfreut. Was ist Fertigparkett genau, welche Vorteile bringt es und sind da auch Nachteile?

Wohnzimmer mit Parkettboden

Fertigparkett – in mehreren Schichten zum Erfolg

Im Unterschied zum Vollholzparkett ist das Fertigparkett aus mehreren, kreuzweise verleimten Schichten aufgebaut. Je nach Qualität aus zwei bzw. drei Schichten. Die obere Decklage sorgt für den Eyecatcher-Effekt und ist je nach Hersteller aus einer mindestens 2,5 mm dicken Nutzschicht aus Echtholz, die entsprechend oberflächenbehandelt wird, z.B. gewachst, geölt oder lackiert. Die Trägerschicht besteht dann entweder aus Holzwerkstoffen oder Nadelholz. Beim Fertigparkett mit drei Schichten sorgt eine weitere Gegenzug-Lage für ein Höchstmaß an Formstabilität. Das führt hin zum ersten Vorteil von Fertigparkett: Es kommt zu keiner „Schüsselung“. Dabei handelt es sich um eine konkave oder konvexe Wölbung des Vollholzparketts nach der Verlegung. Diese entsteht durch Quellen der Parkettbohlen wegen bestehender oder eindringender Feuchtigkeit (Holzfeuchte oder Kleberfeuchte). Da das Fertigparkett „schwimmend“ verlegt wird, es somit zu keiner Verklebung kommt, ist die Gefahr der Schüsselung nicht gegeben.

Selbstverständlich kann Fertigparkett aber auch verklebt werden. Das macht unter Umständen sogar Sinn, wenn es z.B. als Bodenbelag auf Fußbodenheizungen zum Einsatz kommen soll oder wenn es zu starken Beanspruchungen kommen kann und das Parkett später renoviert werden muss. Denn  wenn es verklebt ist, kann es viel leichter abgeschliffen werden, als bei einer schwimmenden Verlegung. Verklebtes Parkett überträgt auch den Trittschall beim Gehen deutlich weniger als schwimmend verlegtes.

TIPP: Das Fertigparkett aber vor der Verlegung über Nacht im Verlegeraum lagern, damit es „akklimatisieren“ kann.

Fertigparkett – verlegen, nutzen, wohlfühlen

Seinen Namen trägt der beliebte Bodenbelag völlig zurecht. Denn er ist werksseitig mit einer Oberflächenbehandlung versehen. Durch Wachse, Öle oder Versiegelungslacke lässt sich der Fertigparkettboden unmittelbar nach der Verlegung nutzen. Ein weiterer Vorteil gegenüber Vollholzparkett, das erst geschliffen, poliert und versiegelt werden muss. Der nächste Vorteil besteht in der Verlegung. Wie bereits erwähnt, wird hier nicht geklebt, sondern „geklickt“. Ähnlich der Verarbeitung von Laminatboden. Durch das praktische Klicksystem ist jeder geübte Handwerker leicht in der Lage, das Fertigparkett schwimmend zu verlegen. Die Fertigparkettdiele wird mit der Feder an die bereits verlegte Diele herangeführt und mit dem charakteristischen „Klick“ sanft in die Nut gedrückt – das hält. Das Verlegeverfahren hat den weiteren Vorteil, dass sich der Boden ebenso leicht wieder entfernen lässt – z.B. beim Umzug. Ein „Nachteil“ zum Vollholzparkett besteht darin, dass Fertigparkett nicht immer wieder aufs Neue abgeschliffen werden kann, um so Generationen zu überdauern. Allerdings kann der Nachteil auch zum Vorteil gereichen. Uns Menschen steht der Sinn ja hin und wieder nach Veränderung. Und das betrifft in der Wohnung nicht nur den Tapetenwechsel. So besteht die Möglichkeit, solch einen in die Jahre gekommenen Parkettboden einfach auszutauschen und bei dieser Gelegenheit ein anderes Design zu wählen. Wer sich eine Parkettverlegung selbst nicht zutraut, der kann sich auch professionelle Hilfe holen.

Parkett verlegen in neuer Wohnung

Schiffsbodenparkett, Landhausdiele oder Einzelstabparkett?

Wer einen Hauch von Abenteuer in den eigenen vier Wänden spüren will, könnte sich für ein Schiffsbodenparkett entscheiden. Es erinnert, wie der Name schon sagt, an die Planken eines Schiffes. Die Art und Weise, wie hier die sichtbaren Holzelemente angeordnet sind, lässt einen beim Betrachten ständig Neues entdecken. Die Dielen des Schiffsbodens sind versetzt zueinander angeordnet und auch hinsichtlich der Plankenlängen besteht Spielraum. Insgesamt gilt: In Längsrichtung verlegte Fertigparkettdielen betonen die Länge des Raumes, eine Querverlegung hebt die Breite hervor. Landhausdielen ähneln den massiven Holzdielen und schaffen durch die klaren, geordneten Linien ein gemütliches Ambiente. Bei Landhausdielen wird zwischen 1-Stab- und 2-Stab-Landhausdielen unterschieden – je nachdem, ob die Deckschicht aus einer einzigen durchgehenden Lamelle oder aus zwei nebeneinander verleimten Stäben besteht. Das Einzelstabparkett oder auch Riemenparkett bietet den größten gestalterischen Spielraum, da hier neben der bevorzugten Farbe und Holzart auch ein Wunschmuster möglich ist, z. B. Parallelverband oder Fischgrätmuster.

Fazit:
Die Frage nach einem Vollholzparkett wird sich ohnehin nur ein Immobilieneigentümer stellen. Wer zur Miete wohnt und später eine eigene Immobilie plant, bzw. einen Umzug für möglich hält, wird sich zunächst für die Variante Fertigparkett entscheiden. Und gerade bei einem qualitativ hochwertigen 3-Schichten-Fertigparkett können sich die Bewohner viele Jahre am neuen Boden erfreuen. Die Vorteile beim Fertigparkett überwiegen. Alternativ zu einem Parkett- oder Laminatboden wäre dann vielleicht noch ein Vinylboden, den man auch in unterschiedlichen Designs kaufen kann.

(Bildrechte: Robert Kneschke @ fotolia | arsdigital @ fotolia)

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