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Ein neuer Parkettboden macht einen Raum mehr her als fast jede andere Renovierung. Da liegt es nahe, die Arbeit selbst zu machen und sich die Verlegekosten zu sparen. Ob das gelingt, hängt weniger vom eigenen handwerklichen Geschick ab als von zwei Dingen: von der gewählten Parkettart und vom Untergrund.
Drei Parkettarten, drei Schwierigkeitsgrade
Ob sich ein Boden für Eigenleistung eignet, hängt vor allem vom Aufbau der Elemente und von der Verlegeart ab. Wie viele Arbeitsgänge zwischen Rohboden und fertiger Oberfläche liegen, zeigen die Leistungsbeschreibungen regionaler Fachbetriebe, die Parkett in Berlin (W) verlegen.
Klickparkett
Klickparkett ist ein Fertigparkett mit mehrschichtigem Aufbau. Es besteht aus einer Nutzschicht aus Edelholz, einer Mittellage und einem Gegenzug. Die Dielen werden über ein Profil an den Kanten verriegelt und schwimmend auf einer Trittschalldämmung verlegt. Klebstoff und Trocknungszeit entfallen, und der Boden ist sofort begehbar.
Der Nachteil liegt in der Nutzschicht. Sie ist meist zwischen 2,5 und 4 Millimeter stark und erlaubt daher nur eine begrenzte Zahl an Renovierungsschliffen. Für Heimwerker ist Klickparkett die naheliegende Wahl.
Verklebtes Mehrschichtparkett
Der Aufbau ähnelt dem Klickparkett, die Elemente werden jedoch vollflächig mit dem Untergrund verklebt. Das reduziert den Raumschall und verbessert die Wärmeübertragung bei einer Fußbodenheizung. Gleichzeitig steigen die Anforderungen. Klebstoffart, Zahnung des Spachtels und offene Zeit müssen zusammenpassen, und Korrekturen sind nach dem Abbinden kaum noch möglich.
Massivparkett
Stabparkett, Mosaikparkett und Massivholzdielen bestehen durchgehend aus Vollholz. Stabparkett ist häufig 22 Millimeter stark, Mosaikparkett rund 8 Millimeter. Massivparkett wird meist unbehandelt geliefert und nach der Verlegung geschliffen, gespachtelt und geölt oder lackiert. Dafür lässt es sich über Jahrzehnte immer wieder abschleifen. Ohne Schleifmaschinen und Routine ist dieser Boden für Laien kaum zu bewältigen.
Was Klickparkett in Eigenleistung verlangt
Auch der einfachste Boden scheitert an einem schlechten Untergrund. Vor dem Kauf steht deshalb die Prüfung.
Die Ebenheit wird mit einer Richtlatte kontrolliert. Viele Hersteller lassen auf einem Meter Messstrecke nur wenige Millimeter Abweichung zu. Maßgeblich sind die Angaben der Verlegeanleitung und die Ebenheitstoleranzen. Größere Mulden werden vorher mit Ausgleichsmasse beseitigt.
Bei Estrich entscheidet die Restfeuchte. Gemessen wird sie mit der CM-Methode. Als übliche Grenzwerte gelten bei Zementestrich 2,0 CM-Prozent, mit Fußbodenheizung 1,8 CM-Prozent. Für Calciumsulfatestrich liegen die Werte bei 0,5 beziehungsweise 0,3 CM-Prozent. Auf mineralischen Untergründen gehört unter schwimmendes Parkett eine Dampfbremse, meist eine PE-Folie mit 0,2 Millimeter Stärke.
Die Pakete sollten vor der Verlegung etwa 48 Stunden ungeöffnet im Raum lagern. Ein Raumklima zwischen 18 und 22 Grad bei 40 bis 60 Prozent relativer Luftfeuchte gilt als günstig, für die Verlegung wie für die spätere Nutzung.
Die häufigsten Fehler in Eigenleistung lassen sich gut vermeiden:
- Fehlende Randfuge: Holz arbeitet. Ohne Abstand zu Wänden, Heizungsrohren und Türzargen, meist mindestens 10 Millimeter, wölbt sich der Boden.
- Keine Bewegungsfugen: An Türdurchgängen und bei großen Raumlängen schreiben viele Hersteller Trennfugen vor.
- Zu geringer Fugenversatz: Liegen die Stirnfugen benachbarter Reihen zu dicht beieinander, leidet die Stabilität.
- Falsch befestigte Sockelleisten: Sie werden an der Wand montiert, nie am schwimmenden Boden.
Wo die Grenzen der Eigenleistung liegen
Bei manchen Projekten steigt das Risiko so deutlich, dass sich der Fachbetrieb rechnet.
Fußbodenheizung: Der Wärmedurchlasswiderstand des gesamten Belags sollte 0,15 m²K/W nicht überschreiten. Der Estrich braucht vorher ein dokumentiertes Belegreifheizen, und die Oberflächentemperatur sollte unter Parkett 29 Grad nicht übersteigen.
Muster und Friese: Fischgrät, Flechtmuster oder umlaufende Friese verlangen exakt gesetzte Achsen. Kleine Winkelfehler summieren sich über die Raumlänge zu sichtbaren Versätzen.
Altbauböden: Holzbalkendecken mit alten Dielen schwingen oft, enthalten Schüttungen oder haben unterschiedliche Höhen. Hier muss zuerst geklärt werden, ob der Untergrund tragfähig ist und wie er ausgeglichen werden kann.
Schleifen und Versiegeln: Eine Walzenschleifmaschine trägt in ungeübten Händen schnell zu viel Material ab und hinterlässt Rattermarken. Bei Mehrschichtparkett kann ein einziger misslungener Schliff die Nutzschicht durchtrennen.
Hinzu kommt die rechtliche Seite. Fachbetriebe arbeiten in der Regel nach der VOB-Norm für Parkett- und Holzpflasterarbeiten. Sie verpflichtet zur Prüfung des Untergrunds und dazu, Bedenken schriftlich anzumelden. Bei Mängeln greifen die Rechte aus dem Werkvertrag. Wer selbst verlegt, trägt das Risiko allein, und Herstellergarantien sind häufig an die genaue Einhaltung der Verlegeanleitung gebunden.
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