Nachdem wir unseren Gartenbrunnen mit einer Tiefbrunnenpumpe versehen haben, könnten wir eigentlich Wasser aus dem eigenen Brunnen fördern. Aber einfach die Pumpe anschließen und lospumpen geht nicht. Oder besser gesagt macht das keinen Sinn. Ich  wollte schon einen echten Anschluss haben. Für die Gartenbewässerung und idealerweise auch mit einem Wasseranschluss im Innern des Gartenhauses –  inklusive Waschbecken. Schließlich soll das Gartenhaus ja irgendwann noch zu einer Atelierwerkstatt ausgebaut werden. Zudem wollte ich außen am Gartenhaus eine Abschlussmöglichkeit für eine Gartendusche haben.

Planung der Installationsarbeiten

Bevor es losgehen konnte, musste zunächst eine grobe Planung gemacht werden. Unter anderem um den Materialbedarf zu ermitteln.

Was genau musste alles getan werden?

  • Einen Graben zum Gartenhaus ausheben
  • Ein Versorgungsrohr für die Leitungen verlegen
  • Leitungen (Wasser / Strom) ins Gartenhaus führen
  • Waschbecken, Pumpensteuerung (Presscontroll) anschließen
  • Wasserleitung innen verlegen, inkl. Wasserhahn
  • Wasserleitung nach draußen verlegen, inkl. Wasserhahn und Duschanschluss

Beim Materialbedarf gehe ich immer auf Nummer sicher. Ich skizziere mir die „Baustelle“ möglichst maßstabsgetreu  auf, messe evtl. Längen aus und erstelle eine Stückliste. Bei den kritischen Elementen kaufe ich dann meistens ein Element mehr oder gebe bei den Längen etwas zu. Sicher ist sicher. Es kann ja auch mal etwas kaputt gehen. Und nichts ist auf der Baustelle ärgerlicher als ein Baustopp aufgrund fehlenden Materials.

Um das Wasser in das Gartenhaus zu bringen wollte ich eine Trinkwasserleitung verlegen. Dafür gibt es spezielles PE-Rohr. Da dieses Material aber sehr starr ist und sich z.B. nicht einfach um eine 90° Ecke biegen lässt, benötigt man entsprechende Fittings. Damit kann man nahezu jede Strecke bauen. Und man kann solche Leitungen verkleben oder verschrauben. Bleibt also sehr flexibel.

A propos flexibel. Man weiß ja nie was kommt und es gibt nichts Ärgerlicheres als Leitungen unter Gebäuden oder gepflasterten Wegen, an die man nicht mehr herankommt. Aus diesem Grund hatte ich mir überlegt, sowohl die Wasserleitung als auch die Stromversorgungsleitung der Pumpensteuerung in ein KG-Rohr zu legen. Damit könnte ich die Leitungen bei Bedarf einfach herausziehen.

Graben vom Brunnen zum Gartenhaus © Matthias Blaß

Graben vom Brunnen zum Gartenhaus © Matthias Blaß

Wasserleitungen im Garten sollte man frostfest verlegen. Dazu wird im Allgemeinen eine Einbautiefe von etwa 80 cm empfohlen. Da ich gar nicht so tief in den Boden graben wollte und stellenweise auch nicht konnte, musste ich mir eine andere Frostsicherung überlegen. Eine Wasserleitung kann ja nur platzen, wenn diese bei Frost voll Wasser bleibt und der Eisdruck die Leitung sprengt. Ist die Leitung leer, kann dieser Druck nicht entstehen. Also habe ich einfach jeweils an den Enden der Wasserleitung (im Gartenhaus und im Brunnen) einen Entlüftungsstutzen eingeplant. Das sind einfache Muffen mit einem kleinen Drehverschluss (Kugelhahn), die man zum Entleeren an beiden Seiten aufdreht. Dadurch kann die Leitung einfach leer laufen.

Nach dem ich alles geplant und meine Stückliste zusammengestellt hatte ging es darum, das Material zu besorgen. Das meiste bekommt man in den Baumärkten um die Ecke. Gerade Standardmaterial wie KG-Rohre sind kein Problem. Aber Spezialzubehör wie Fittings meistens nicht. Ich hatte mich im Rahmen unseres Teichbauprojektes auch mit dem Thema Fittings beschäftigt und das meiste bei Teichbau-Shops im Internet bestellt (Am besten nach Koiteichen oder Teichbau suchen). Man kann es sich aber auch einfach machen und das gesamte Material bei Spezialshops wie http://www.mcm-systeme.de bestellen. Die haben gerade was Leitungsanlagen betrifft fast alles und bieten sogar noch umfangreiche Informationen auf der Website an (Shop-Blog).

Leitung ins Gartenhaus verlegen

Zunächst wurde also ein Graben auf möglichst direktem Wege zum Gartenhaus ausgehoben. Ich bin nur auf eine Tiefe von 50 cm gegangen, da ich das Frostschutzproblem ja, wie oben beschrieben, anders lösen wollte. In diesem Graben wurde dann ein KG-Rohr verlegt. Durch dieses KG Rohr habe ich dann sowohl die PE-Wasserleitung als auch die Stromleitung bis ins Gartenhaus geführt.

Praxistipp: Die starre PE-Leitung kann man sehr gut durch das KG-Rohr schieben. Um ein flexibles Stromkabel durch eine längere Röhre zu führen, dieses am besten mit einem Kabelbinder an das PE-Rohr fixieren und zusammen durchschieben. Sofern es Verbindungsstücke in der großen Röhre gibt, diese erst zum Schluss zusammenstecken. Dadurch gelangt man immer noch mal an die Leitung ran. 
Fertige Installation im Gartenhaus © Matthias Blaß

Fertige Installation im Gartenhaus © Matthias Blaß

Sind Wasserleitung und die Stromversorgung im Innern des Gartenhauses angekommen, geht es an die Installation der Abnehmer und der Stromsteuerung. Als Abnehmer ist in diesem Fall das Waschbecken mit Wasserhahn gemeint. Dieses montiert man zuerst an die Stelle, an der man später am besten dran kommt. Möchte man – wie in unserem Fall – das Gartenhaus später noch isolieren, sollte man das gleich bei der Montage bedenken und das Becken mit entsprechendem Abstand von der Wand montieren. Gleiches gilt natürlich für die Zuleitung für den Wasserhahn. Man sollte die Leitung dann gleich so montieren, dass sie entweder später hinter der Isolierung verschwindet oder eben davor sichtbar bleibt.

Da wir normalen Wechselstrom bereits im Gartenhaus hatten, habe ich nur noch einmal eine Verteilerdose eingebaut, um eine zusätzliche Steckdose für die Pumpensteuerung zu setzen. Die Steuerungseinheit habe ich dann direkt über die Steckdose gesetzt. Zu der Steuereinheit gehört eine sogenannte Presscontroll. Diese steuert das Ein- und Ausschalten der Tiefbrunnenpumpe über den Wasserdruck. Das bedeutet, dass auf der Wasserleitung immer Druck liegt. Öffnet man nun einen Abnehmer fällt der Druck. Die Presscontroll registriert den Druckabfall unmittelbar und schaltet die Pumpe ein. Diese fördert Wasser und baut den Druck wieder auf. Die Presscontroll muss daher in die Wasserleitung eingebaut und mit der Steuereinheit zur Stromversorgung verbunden werden. Wie auf dem Foto zu sehen ist, haben wir einen permanenten Druck im Ruhezustand von 4,5 Bar.

Wasseranschluss für die Gartendusche

Außenwasserhahn und Duschanschluss © Matthias Blaß

Außenwasserhahn und Duschanschluss © Matthias Blaß

Nachdem im Gartenhaus alles angeschlossen war, musste nur noch draußen der Hahn installiert werden. Dazu hatte ich an geeigneter Stelle ein 90° Fitting eingebaut, das einen zusätzlichen Abgang mit Innengewinde hat. Durch eine Bohrung in der Holzwand des Gartenhauses wurde dann ein Verlängerungsstutzen gesteckt und mit dem Fitting verschraubt. In diesen Stutzen konnte dann an der Außenwand direkt ein weiterer Stutzen mit zwei Abgängen montiert werden. An den einen Abgang wurde ein Wasserhahn angeschlossen. An den anderen, nach unten abgehenden, ein Anschluss mit Drehverschluss, um einen Duschschlauch zu montieren. Somit hatten wir draußen einen Wasserhahn zum Anschluss eines Gartenschlauchs und die Dusche, um uns nach dem Sonnenbad die Creme vom Körper zu waschen und nicht alles in den Schwimmteich zu tragen.