Eine Baumschule ist ein Gartenbaubetrieb, welcher Bäume und Sträucher aufzieht, bis sie groß genug sind um verkauft und umgepflanzt zu werden. Die Bäume durchlaufen verschiedene Phasen. Nach dem Einsetzen der Triebe werden sie mehrere Male umgepflanzt, um den Jungpflanzen die besten Wachstumsmöglichkeiten zu geben. Der Zweck des Umpflanzens liegt darin, die Ausdehnung der Wurzeln im Vergleich zum Baum in einer, für den Verkauf geeigneten Ausdehnung, zu halten. Deshalb ist ein Baum umso teurer, je größer er in der Baumschule herangezogen wird. Die Sträucher durchlaufen ähnliche Phasen, die genauen Abläufe unterscheiden sich jedoch je nach Pflanze stark. Die Herausforderung einer Baumschule liegen hauptsächlich in der Gefährdung der Jungpflanzen durch Schädlinge. Diese können sich in den Monokulturen, wie sie in den Gartenbaubetrieben auftreten, schnell vermehren und können zur Vernichtung ganzer Kulturen führen. Deshalb setzen auch Baumschulen auf Dünger und Pestizide.

Bäume in einer Baumschule

Was ist ein Baumschuler?

Ein Baumschuler arbeitet, wie der Name schon sagt, in einer Baumschule und sorgt dort für die Anzucht verschiedener Bäume, Sträucher, Hecken, Rosen- und Obstgewächse. Die offizielle Berufsbezeichnung lautet Gärtner/Gärtnerin der Fachrichtung „Baumschule”. Wer in diesem Beruf tätig ist, kennt nicht nur die verschiedenen Gehölze, sondern weiß auch, wie sie sich optimal entwickeln können und welche Qualitätsstandards von den Kunden gefordert werden. Baumschuler sind hauptsächlich im Freien tätig, manchmal auch in Gewächshäusern oder Verkaufshallen.

Typische Tätigkeiten sind das Vermehren und Veredeln von Gehölzen, die Bodenpflege, das Pflanzen, Roden, Sortieren und Verpacken der Gewächse und der Verkauf. Viele Arbeiten werden durch den Einsatz von technischen Geräten und Maschinen unterstützt. Wer als Baumschuler arbeiten möchte, sollte körperlich fit sein und sich gern draußen aufhalten. Die Liebe zur Natur und technisches Interesse sind gute Voraussetzungen für diesen Beruf. Für die dreijährige Ausbildung zum bzw. zur Gärtner/Gärtnerin der Fachrichtung „Baumschule” wird mindestens ein Haupt- oder Realschulabschluss vorausgesetzt. Inhalte der Ausbildung sind neben Pflanzenkunde und allgemeinem Gärtnerwissen auch technische und kaufmännische Aspekte. Baumschuler haben die Möglichkeit, nach drei Jahren Berufspraxis einen Meisterlehrgang zu absolvieren bzw. nach zwei Jahren eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker der Fachrichtung Baumschule.

Typische Baumschul-Pflanzen

Die Baumschulbranche wird in Deutschland vom Bund Deutscher Baumschulen e.V. vertreten, der sich um die Belange der Baumschulwirtschaft kümmert. In Baumschulen werden erwerbsmäßig Anbauflächen bewirtschaftet, um Bäume, Sträucher und Ziergehölze aufzuschulen. Aufschulen meint sinngemäß Wurzeltreiben, es ist damit das Aufziehen, sei es durch Aussaat oder aus Stecklingen und die Kultivierung von Pflanzen gemeint. Dabei umfasst die Produktpalette von Baumschulen ca. 200.000 Produkte. Einzelne Gehölze werden in einer Wachstumsreife vom Sämling bis zum Park- oder Alleebaum vermarktet.

Produktionsschwerpunkte sind im Wesentlichen Laubgehölze z.B. für öffentliche Anlagen, Gärten oder auch als Heckenpflanzen, Obstgehölze wie Kernobst oder Nusssträucher. Wildgehölze, Nadelgehölze und immergrüne Gewächse nehmen werden viel für die Renaturierung von Flussläufen, Straßenrändern und für öffentliche Anlagen eingesetzt. Daneben Ziersträucher, Rosen, Kletterpflanzen und vieles mehr. Für die Holzproduktion in der Forstwirtschaft werden Forstpflanzen angebaut.

Die Pflanzen werden an Wiederverkäufer wie Gartencenter oder auch Endverbraucher, wie Obstbauern oder Gartenbesitzer verkauft. Dazu ist es erforderlich, dass sie während der Aufschulung häufig umgetopft werden, um Krone, Zweige und Wurzelballen in ein Verhältnis zu bringen, das ein Wiederausgraben und Wiedereinpflanzen und –anwachsen ermöglicht.


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