„Du musst endlich mal die Wand neu verputzen! Das sieht nicht mehr schön aus.“ Mit diesem Vorwurf lag mir Heike jetzt schon seit einiger Zeit im Nacken. Und sie hat ja Recht damit. Wir wohnen zwar erst seit sechs Jahren in unserem Häuschen und das ist eigentlich nicht unbedingt ein Zeitraum, innerhalb dessen man unbedingt die Wände neu gestalten muss. Aber mein Schlafzimmer war eines der ersten Zimmer, in dem wir uns damals im Verspachteln von Gipskartonplatten und -fugen versucht haben. Wir wurden von Raum zu Raum besser. Aber das eine Schlafzimmer blieb das Versuchsprojekt. Und mal abgesehen von den üblichen Setzrissen zwischen Decke und Wand sind nahezu alle Fugen in den Gipsplatten gerissen. Wie man auf den Fotos sehen kann, auch mehr oder weniger schlimm. Ich habe mich immer mit der Aussage vor der notwendigen Schönheitsreparatur gedrückt, dass ich mich ja nur des Nachts in dem Raum aufhalten würde. Damit kommt man aber bei Frauen nicht wirklich weit. Es musste also gehandelt werden.

Gerissene Gipskartonfugen an den Übergängen

Gerissene Gipskartonfugen an den Übergängen © Matthias Blaß

Kommt Zeit kommt Putz – EASYPUTZ

Manchmal muss man eine Situation einfach aussitzen, dann ergeben sich Lösungen von (fast) ganz alleine. So auch im Falle meiner gerissenen Fugen. Denn vor kurzem kam die Firma Knauf mit einer Anfrage nach einem neuen Produkttest auf uns zu. Die Antwort auf die Frage, ob wir nicht Lust hätten die Produkte der Knauf EASY-Serie zu testen, musste ich mir nicht allzu lange überlegen. Knauf wollte uns dafür sowohl den EASYPUTZ schicken als auch das neue Produkt der Serie: EASYFRESH. Eine spezielle Renovierfarbe für Putzstrukturen. Da wir schon einige Wände mit Baumwollputz gestaltet haben, war jetzt ein Test mit streichbarem Putz eine willkommene Abwechslung. Und aufgrund der oben geschilderten Problematik ja auch dringend notwendig.

Knauf Easy Serie inkl. Zubehör für Putz und Farbe © Matthias Blaß

Knauf Easy Serie inkl. Zubehör für Putz und Farbe © Matthias Blaß

Die Lieferung kam in 2 Paketen. Knauf hat die beiden 7,5 kg Eimer zwar zur separaten Transportsicherung noch mal in 20 kg Eimer verpackt. Aber wie man das von der Post kennt, wo jedes Paket, das nach „zerbrechlich“ klingt extra herumgeworfen wird, war auch der eine kleine Eimer aufgegangen und ein Teil des Inhaltes ausgelaufen. Zum Glück nur in den großen Eimer und nicht in den Karton, so dass kein Material verloren ging. Der Inhalt der Pakete umfasste je einen 7,5 kg Eimer EASYPUTZ und EASYFRESH sowie original Knauf Zubehör: Eine Auftragswalze für Putz und Farbe sowie eine Finishwalze, um die Putzstruktur individuell gestalten zu können. Nicht zu vergessen eine Portion der Compact Colors (6 g), mit denen man sowohl den Putz aber auch die Farbe nach persönlichem Geschmack einfärben kann. Ich wurde vor der Lieferung extra gefragt, welche Farbe ich haben möchte. Da in meinem grauen Baumwollputz leicht grüne Farbakzente enthalten sind, habe ich mich für den Farbton „Sand“ entschieden. Wie sich später zeigen sollte, war das genau die richtige Wahl.

Praxistipps:

  • Untergründe ggfs. mit Sperrgrund vorbereiten bzw. kräftige Farben vorab einmal überstreichen.
  • Angrenzende Flächen sauber abkleben und Ränder der Putzflächen mit Pinsel vorstreichen.
  • Boden und Möbel gut abdecken – Material spritzt stark!
  • EASYPUTZ gleichmäßig kreuzweise auftragen und nicht zu viel Zeit für das Finish verstreichen lassen.
  • Einheitliche Oberflächenstruktur mit der Finishwalze herstellen.
  • Für kreative Wandgestaltung EasyPutz einfärben oder mit Pinsel Oberfläche strukturieren

Renovieren der alten Fugen

Bevor jedoch mit dem Auftrag des EASYPUTZ begonnen werden konnte mussten zunächst die Vorbereitungen getroffen werden. Also zunächst das alte lose Spachtelmaterial entfernen und die Fugen sauber auskratzen. Ich muss dazu ergänzen, dass wir an keinen unserer Wände Tapeten haben, sondern die Wände direkt gestrichen haben. Damit fiel eine Arbeit schon mal weg: Das Entfernen von Tapeten. Nichts desto trotz hatte ich gehofft, dass bei den alten Fugen vielleicht nur ein wenig korrigiert werden musste. Aber die alte Verspachtelung kam mir beim Auskratzen in großen Placken entgegen, so dass ich sowohl an der Decke als auch an der Dachschräge nahezu alle Fugen großflächig auskratzen und neu verspachteln musste.

Frisch verspachtelte Gipskartonfugen © Matthias Blaß

Frisch verspachtelte Gipskartonfugen © Matthias Blaß

Da wir uns vor geraumer Zeit schon mal einen Eimer Knauf Uniflott Finishspachtel besorgt hatten – um eben jene Schäden zu beseitigen – hatte ich passendes Material zur Hand. Gerade bei den tieferen Fugen musste ich die Spachtelmasse zwar mehrfach auftragen und trocknen lassen, was das ganze Prozedere etwas in die Länge gezogen hat. Aber die Spachtelung wurde sehr glatt, was das Uniflott-Produktversprechen „Praktisch kein Schleifen“ durchaus realistisch erscheinen ließ. Ich musste zwar trotz allem schleifen. Aber das ging total einfach und war mit einem Handschleifer und 120’er Schleifpapier recht schnell mit einem tollen Ergebnis vollbracht.

Verarbeitung von Knauf EASYPUTZ

Nachdem die Vorarbeiten abgeschlossen waren, ging es jetzt ans Eingemachte. Knauf hat für die Verarbeitung des Putzes extra eine Auftragswalze aus dem eigenen Zubehörprogramm mitgeliefert. Diese 18 cm breite und mit einer Florhöhe von 9 mm ausgestattete Farbwalze ist sehr gut geeignet, den dünnflüssigen Putz zu verarbeiten. Ich persönlich bevorzuge beim Arbeiten mit einer Farbwalze ein Farbgitter, um das Material gleichmäßig in die Walze zu bekommen und somit einen gleichmäßigen Materialauftrag zu gewährleisten. Als erfahrener Maler hat man so etwas natürlich immer zu Hause. Aber es geht sicher auch ohne. Die Knauf-Walze passt perfekt in die kleinen 7,5 kg Eimer. Mein Farbgitter musste schon etwas schräg gestellt werden. Aber im großen Eimer gab es platzmäßig keine Probleme.

EasyPutz auftragen mit der Knauf Auftragswalze © Matthias Blaß

EasyPutz auftragen mit der Knauf Auftragswalze © Matthias Blaß

Die Konsistenz des EASYPUTZ ist mit einer normalen Wandfarbe zu vergleichen. Nicht ganz so dünn, aber auch nicht so dickflüssig wie ein echter Putz. Der Auftrag mit der Walze klappt insgesamt sehr gut. Allerdings spritzt das Material ganz schön wodurch man nach getaner Arbeit aussieht wie ein Streuselkuchen. Den Effekt an den Armen hat man natürlich überall im Raum, weshalb sich sorgfältiges Abdecken des Bodens und etwaiger Möbelstücke empfiehlt. Denn sonst hat man hinterher viel Arbeit mit dem Saubermachen. Angrenzende Wände, die nicht neu verputzt werden sollen, klebt man besser weiträumig mit Malerfolie ab.

Praxistipp:

Bei stark spritzenden Arbeiten mit Farben oder Streichputzen kann man die zu schützenden Flächen sehr gut mit alter Bettwäsche auslegen. Diese ist durch das Gewicht besser zu fixieren als die dünne Malerfolie und auch stabiler. Zudem kann man die Stoffbahnen auch mehrfach verwenden. Ein weiterer Vorteil: Heruntertropfendes Material wird besser aufgesaugt und man trägt es nicht mit den Füßen umher.

Der EASYPUTZ lässt sich sehr gut mit der Walze auftragen. Allerdings darf man sich nicht allzu viel Zeit lassen, denn der Putz trocknet relativ schnell. Knauf selbst spricht bei Idealbedingungen (23° Raumtemperatur und 50% Luftfeuchtigkeit) von 15 – 20 Minuten. Da man mit der Walze am Anfang recht viel Material aufträgt und die Materialmenge mit den weiteren Walzenbewegungen stark abnimmt, sollte man schneller arbeiten und immer ausreichend Material auf die Wand bringen. Damit gelingt ein gleichmäßiges Verteilen des Putzes.

Um eine gleichmäßige Putzstruktur zu erhalten sollte man zügig arbeiten und mit der Auftragswalze die Vorarbeit leisten. Das eigentliche Finish erhält man mit der gleichnamigen Finishwalze, die Knauf ebenfalls im Zubehörprogramm hat. Diese kurzflorige Farbwalze eignet sich sehr gut, um die Struktur gleichmäßig und in einer einheitlichen Materialstärke auf die Fläche zu bringen. Wer es lieber „mediteran“ unruhig mag, der ist natürlich frei in der Verteilung des Materials und kann auch mit Pinseln Strukturen „verstreichen“.

Struktur der 0,5 mm Körnung beim EasyPutz © Matthias Blaß

Struktur der 0,5 mm Körnung beim EasyPutz © Matthias Blaß

Je nach Körnung schafft man nach Herstellerangaben mit 10 kg EASYPUTZ zwischen 10 m² (1 mm Körnung) und 15 – 20 m² (0,5 mm Körnung). Bei der 0,5 mm Körnung kann ich das bestätigen. Der 7,5 kg Eimer hat für etwa 12 m² Dachschräge gereicht. Anhand des nebenstehenden Fotos können diejenigen, die sich unter der Körnung nichts vorstellen können, vielleicht ein Bild von der 0,5 mm Körnung machne. Diese ist nicht allzu fein, so dass man auch bei  einiger Entfernung noch die leichte Oberflächenstruktur erkennen kann. Das sieht ein bisschen aus wie eine feine Rauhfaser. Allerdings ist der Putz einfacher aufzutragen als eine Tapete.

Fazit:

Knauf EASYPUTZ ist eine sehr gute Alternative für Heimwerker, die nicht gerne tapezieren wollen. Oder die einfach und schnell aus langweiligen und glatten Wänden etwas Besonderes machen wollen. Mit den passenden Compact Colors kann man sowohl den weißen EASYPUTZ vor der Verarbeitung einfärben oder diesen im Nachgang mit der passenden EASYFRESH Farbe (Grundton ist auch hier weiß) individuell farblich gestalten. Wenn man ein paar Dinge beachtet ist die Arbeit mit dem Knauf Produkt recht einfach und die Ergebnisse sind sehr gut.

Wer sich zunächst noch weiter zum Produkt informieren möchte, der kann z.B. hier im Selbst.de Forum weitere Erfahrungsberichte lesen.

Der Folgetest mit der Knauf EASYFRESH Renovierfarbe ist auch fertig.


Hinweis zu unseren Produkttests: Wir bekommen hin und wieder Anfragen von Unternehmen zu Produkttests. Sofern die Produkte zu uns und unseren Themengebieten passen, nehmen wir solche Produkttests an. Dabei wird vereinbart, dass uns das Unternehmen das zu testende Produkt zusendet und nach dem Test kostenfrei überlässt. Im Gegenzug testen wir das Produkt im Rahmen unserer Möglichkeiten entweder alleine oder in einem passenden Projekt. Wir lassen uns von den Unternehmen nicht diktieren, wie wir die Testartikel zu erstellen haben. Wir veröffentlichen unsere freie redaktionelle Meinung und in der Regel eigenes Foto- oder Videomaterial. Bei Fragen zu unseren Produkttests freuen wir uns über eine Kontaktaufnahme.