Im vergangenen Jahr wurde von uns das Projekt „Terrassenüberdachung“ in die Tat umgesetzt. Im Vorfeld hatten wir viel recherchiert und mit Fachleuten sowie Besitzern von festen Terrassendächern gesprochen. Wir wollten ein möglichst stabiles Konstrukt schaffen wegen der windexponierten Lage unserer Terrasse und die Bedachung sollte vor allem auch Erweiterungen zulassen.

Vorüberlegungen

Als erstes galt es zu klären, wie die Überdachung aussehen soll und welche Erwartungen wir an sie haben. Ich wollte, wenn möglich, dass keine zusätzliche Beschattung zum Einsatz kommt, denn das hätte zusätzliche Kosten, Installations- und Pflegeaufwand mit sich gebracht. Dann überlegten wir aus welchem Material wir das Terrassendach realisieren wollen. Für das Gestell kamen Holz oder Metall in Frage, für das Dach Acryl-, Polycarbonat- oder Glasplatten.

Kaum eine Terrassenüberdachung ist wie die andere und so wurde uns schnell klar, dass gerade in unserem Fall kein Modell „von der Stange“ in Frage kam, denn Lage und Form unseres Außensitzes ließen nur eine individuelle Lösung zu. Unsere Terrasse ist zum einen l-förmig, mit einem etwas längeren schmalen Schenkel auf der einen Seite und einem tieferen, fast quadratischen Schenkel an der anderen Seite. Zum anderen liegt die Terrasse direkt an unserem Schwimmteich und dem dazugehörigen Filterteich. Beide Teiche werden von einem Steg überspannt, der die Wasserflächen optisch trennt und von der Terrasse aus auch begehbar ist.

Der erste Teil des Überdachungsprojektes sollte den quadratischen Ost/Süd-Schenkel betreffen. Hier wollten wir ein Dach installieren, das einerseits direkt am Haus angeschlossen ist und für ausreichend Schatten sorgt und andererseits verlängert bis zum offenen Terrassenende direkt an den Teichrand heranreicht. Der Süd/West-Schenkel der Terrasse sollte dann später mit einer offenen begrünten Pergola-Lösung ergänzt werden, die sich nahtlos an die Überdachung anschließen würde.

Nach dem sorgfältigen Ausmessen der örtlichen Gegebenheiten, machte sich Matthias an die ersten Entwürfe. Wir hatten uns inzwischen für eine Holzkonstruktion entscheiden, weil diese am besten zum ländlichen Charakter unseres Hauses passen würde. In einem Vor-Ort-Termin besprachen wir unsere Ideen mit einem versierten Zimmermann. Der Fachmann riet uns zu einer Bedachung mit licht- und hitzeabsorbierenden Doppelstegplatten, die eine zusätzliche Beschattung erübrigen würden.

Terassenüberdachung aus Holz

Holz- oder Metallkonstruktion

Nach Abwägung verschiedener Kostenvoranschläge und unserem leider mageren Budget, entschieden wir uns dann doch für den Selbstbau. Da Matthias inzwischen genug Erfahrung mit dem Aufbau von Holzkonstrukten, wie z.B. unserem Doppelcarport, der Gartenhütte, meiner Hochbeete usw. sammeln konnte und durch seine Ausbildung als technischer Zeichner die besten Voraussetzungen für die Erstellung der Konstruktionszeichnung mitbrachte, wagten wir uns an den Eigenbau. Wer technisch und handwerklich nicht so versiert ist und besonders, wenn vor Ort keine Standard-Terrassenüberdachung zum Einsatz kommen kann, sollte sich besser Hilfe von einem Fachbetrieb holen.

Matthias war dann letztendlich auch ganz froh, dass er Unterstützung von einem Bekannten erhielt, der Zimmermann ist. Dieser bestätigte uns zwar eine gute Planung und gutes Material, aber in der Umsetzung fehlte es dann doch hier und da an Know How. Besonders der über 7 Meter lange Pfetten-Stützbalken, der an den Dachunterstand montiert werden musste, wäre ohne fremde Hilfe nicht zu befestigen gewesen. Auch die Montage der sonstigen Bauteile, besonders an der Terrassenaußenkante – teilweise mit akrobatischen Einlagen über dem Wasserspiegel des Schwimmteiches – waren nicht ganz einfach. Gutes Werkzeug und stabile Hilfsmittel wie z.B. lange Leitern und Podeste oder sogar Gerüste sind beim Bau einer Terrassenüberdachung unentbehrlich.