Im Zeitalter von Internet und Smart Phone sind Stress und Hektik vertraute Begleiter im beruflichen Alltagseben. Die Sehnsucht nach Ruhe und der Wunsch nach Privatsphäre sind allzu verständlich. Ob in den eigenen vier Wänden, auf dem Balkon oder auf der Terrasse, ein Sichtschutz gegenüber neugierigen Nachbarn steigert nicht nur die Qualität beim Alleinsein, Sonnenbaden oder in einer entspannten Kaffeepause, sondern es ist auch das ureigenste Rechte eines jeden. Die Produktpalette für individuellen Sichtschutz ist riesengroß und muss nicht teuer sein.

Der Balkon als Rückzugsort

Der Balkon als Rückzugsort © Patrizia Tilly – Fotolia.com

Balkon-Sichtschutz-Varianten sind vielfältig und leicht zu realisieren

Wenn Sie sich in Ihrem eigenen Reich nicht auf dem Präsentierteller leben wollen, bieten sich ohne großen Aufwand viele Möglichkeiten an, Ihren Rückzugsort nach Ihren Vorstellungen zu gestalten. Zudem hat der Sichtschutz auf dem Balkon oder Ihrer Terrasse einen fantastischen Nebeneffekt. Er ist ein perfekter Schutz vor Sonne, Regen und Wind. Und nicht zuletzt schützt er auch vor Lärm. Sichtschutz gibt es in allen Materialien, Ausführungen und Größen. Das können hochgewachsene Pflanzen sein, Wände aus Holz, Kunststoff, Stein oder Metall. Egal, für welche Art von Sichtschutz Sie sich entscheiden, wichtig ist zu allererst einmal der Ort und die Umgebung, an denen ein Sichtschutz installiert werden soll. Je nach Lage und Einsichtwinkel muss ein Balkon-Sichtschutz mehrere Anforderungen gleichzeitig erfüllen. Wobei es nicht darauf ankommt, ob der Klassiker unter den Sichtschutz-Varianten gekauft oder selbst gestaltet wurde. Der Sichtschutz Ihres Balkons nach unten kann mit einer langen Textilbahn-Bespannung schnell und unkompliziert erstellt und wieder entfernt werden. Die in gleichem Abstand befindlichen Ösen lassen sich leicht an die Balkonbrüstung knoten.

Das passende Design zu Ihren Outdoor-Möbeln zu finden, ist bei der Vielfältigkeit der Angebotspalette kein Problem. Nebeneinander liegende Balkone haben ihre eigene Problematik. Sie bergen nicht nur unangenehme Blicke von Passanten, sondern ermöglichen Ihren Nachbarn, gewollt oder ungewollt, den Einblick in Ihr privates Reich. Und das von allen Seiten. Die einfachste Lösung ist das Aufstellen eines Paravents, auch „Spanische Wand“ genannt. Der Paravent ist ein Multitalent unter den Sichtschutzwänden und zudem ein dekoratives Möbelstück. Bei der Unterteilung gemütlicher Separees kommen Paravents besonders stilvoll zur Geltung. Wenn Sie eine dauerhafte Lösung für einen seitlichen Balkon-Sichtschutz dem Paravent vorziehen, dann sind Sie mit einer fest verschraubten und verdübelten Variante von Balkonrollos und -markisen gut beraten. Die fächerförmige oder ausklappbare Bauart solcher Sichtschutz-Varianten erfordert das Anbohren der Hausfassade. Dafür ist eine schriftliche Genehmigung des Eigentümers erforderlich. Für eine vollflächige Verschließung Ihres Kleinods gibt es jedoch in den meisten Fällen keine Genehmigung.
Vorgebaute, oder in unteren Etagen befindliche Balkone schreien förmlich nach einem Sichtschutz nach oben. Auch hier ist die ausfahrbare Markise ein adäquates Mittel sich von fremden Blicken abzuschirmen. Wenn Sie nicht gerade Eigentümer sind, ist der ideale Balkon-Sichtschutz nach oben der gute alte Sonnenschirm. Es lässt sich leicht öffnen, muss nicht fest installiert werden und steht eher für eine preisgünstige Variante. Für Mieter die beste Lösung.

Wenn Sie in der Situation sind, einen großen Balkon ihr Eigen zu nennen und Kreativität für Sie kein Fremdwort ist, dann gehören Sie zu den glücklichen Menschen, die Ihren Sichtschutz individuell mit außergewöhnlichen und hoch wachsenden Pflanzen sowie natürlichen Materialien selbst gestalten können. Ein immer wieder gern bevorzugter seitlicher Balkon-Sichtschutz sind Blumenkästen mit Bambus oder Rankpflanzen. Eine üppige Bepflanzung kann zudem als Windschutz dienen. Schnell wird Ihr eigener Balkon zur grünen Oase zum Entspannen. Und das ohne fremde Blicke!

Sichtschutz für Terrasse und Garten – Das erweiterte Wohnzimmer

In den sonnigen und warmen Sommermonaten wird die Terrasse zu Recht als ein zusätzliches Zimmer im Freien angesehen. Auch wenn dieser Ort augenscheinlich mehr im Freien liegt, als zugehörig zum eigentlichen Wohnraum, hier haben neugierige Blicke von Nachbarn und Passanten einfach nichts zu suchen. Wenn Sie Ihre Terrasse, als Verbindung von Haus und Garten, vor ungeliebten Blicken schützen wollen, stellt sich auch hier zunächst einmal die Frage, wo Sie das Einsehen Fremder am meisten stört. Danach können Sie entscheiden, ob Sie Terrassen-Sichtschutz aus Holz, aus Pflanzen oder aus Systemwänden, die aus Glas oder Aluminium gefertigt sind, bevorzugen. Für die Terrasse geradezu prädestiniert sind große Pflanzkübel mit bis zu 1,20 Metern hoch wachsenden Gräsern. Als Rankhilfe werden Edelstahlstäbe in die Kübel gesteckt.

Sichtschutzwand an der Terrasse

Sichtschutzwand an der Terrasse © Matthias Blaß

Eine weitere Option für die Schaffung gemütlicher Privatsphäre sind Sichtschutzzäune aus Holz. Die Ausführungen reichen von gestrichen und lasiert bis zu Naturholz. Beachten Sie, dass das Holz auf feuerverzinkte Stahlschuhe befestigt ist und keinen Bodenkontakt hat. Eine abwechslungsreiche Sichtschutz-Variante ist die Kombination Pflanzenkästen mit Sichtschutzzaun. Eine perfekte Zwei-in-Eins-Lösung, die als Anfang zum Umgestalten Ihres Gartens stehen kann.
Neben dem beweglichen Sichtschutz im Paravent-Stil sind andere kreative Lösungen im Segment „Sichtschutzwände“ möglich. Hier können Sie Ihrer Fantasie freien Lauf lassen bis hin zum Bau einer Mauer. Ob in offenem Klinker, Naturstein, Ziegel oder Sichtbeton, sie schützt definitiv vor lästigem Lärm und hat in Kombination mit vorgestellten Bambuskübeln und Gräsern einen heimeligen „Eyecatch-Charakter“. Die erlaubte Höhe und Lage eines solchen Sichtschutzes können Sie in der jeweiligen Landesbauordnung erfahren.

Erhaltung der Privatsphäre schließt gute Nachbarschaft nicht aus

Auch und gerade, weil unsere digitalisierte Welt täglich näher zusammenwächst und der Stressfaktor immer größer wird, ist ein Rückzugsort zum Luftholen und Auftanken umso wichtiger. Wo ist der Wohlfühleffekt größer, als im eigenen Zuhause? Ohne Lärm, ohne Beobachtung. Und doch kann das in gutem Einklang mit seiner Umwelt geschehen. Ob Sie Eigentümer eines Hauses, oder Mieter einer Wohnung sind, es ist immer ratsam, sich abzusprechen und sich an mehrheitlichen Entscheidungen zu orientieren. Mit dem Wissen eines harmonischen Umfeldes lässt sich Privatsphäre doppelt genießen. Ein perfekter Sichtschutz gegen fremde Blicke, Sonne und Wind ist nicht gleichzusetzen mit Abschottung.