In Regionen, wo im Winter mit starken Schneefällen zu rechnen ist, sammeln sich teilweise erhebliche Schneemassen auf Hausdächern an. Taut der Schnee an, besteht die Gefahr, dass Dachlawinen herabstürzen und Passanten unterhalb des Daches gefährden. Auch Beschädigungen an Gegenständen wie abgestellten Autos drohen. Dachlawinen können auf zwei Weisen entstehen. Im ersten Fall löst sich bei Tauwetter die obere Schneeschicht und nimmt beim Hinabrutschen auf schrägen Dächern weiteren Schnee mit, so dass eine Lawine entsteht. Im zweiten Fall verliert der Schnee durch die Wärme, die vom Dach abgestrahlt wird, an Haftung. So wird die gesamte Schneedecke auf dem Dach instabil und droht, in Form von Schneebrettern abzustürzen. Der Gefahr von Dachlawinen kann man aber mit einigen Sicherungsmaßnahmen effektiv vorbeugen.

In schneereichen Regionen werden beim Bau und Decken von Dächern Schneefanghaken oder Schneefanggitter installiert, die den Schneemassen zusätzlichen Halt bieten und das Abstürzen von Dachlawinen effektiv verhindern können. Die Anbringung von Schneefanggittern und Schneefanghaken wird schon seit Jahrhunderten im Alpenraum erfolgreich praktiziert. Moderne Lösungen, wie z.B. eine Dachflächenheizung, haben sich dagegen noch nicht allgemein durchgesetzt. Zwar beugt eine Dachflächenheizung der Schneeablagerung und der Bildung von Eiszapfen effektiv vor. Ihre Anschaffungs- und Energiekosten sind jedoch teuer und ihr hoher Energieverbrauch ist ökologisch wenig sinnvoll. So bleiben Schneefanggitter und Schneefanghaken auch weiterhin die am weitesten verbreiteten und effektivsten Maßnahmen gegen Dachlawinen.

Rechtliche Situation

Jeder Hauseigentümer ist für Schäden haftbar, die von Dachlawinen verursacht werden, die von seinem Gebäudedach aus abstürzen. Er muss seiner Verkehrssicherheitspflicht nachkommen, um Sach- und Personenschäden zu verhüten. Es müssen also ausreichend Maßnahmen gegen Dachlawinen getroffen werden. Hierzu zählt die Anbringung von Schneefanggittern und Schneefanghaken auf dem Dach. Bieten diese aufgrund besonders großer Schneehöhe keine ausreichende Sicherheit mehr, müssen weitere Maßnahmen, wie die Überdachung oder Sperrung des lawinenbedrohten Bereichs getroffen werden.

Anbringung von Schneefanggittern

Schneefanggitter dienen dazu, ein unkontrolliertes Abrutschen von Schneemassen zu verhindern. Sie werden entlang des gesamten Dachbereichs auf Höhe der Traufe installiert. Je größer eine Dachfläche in Richtung der Sparrenlänge ist, desto mehr Schnee kann sich auf ihm ansammeln. In diesem Fall ist die Gefahr gegeben, dass im oberen Bereich Schneelagen abbrechen und mit Schwung über das Schneefanggitter auf Höhe der Traufe hinwegschnellen. Dem kann man vorbeugen,

indem man mehrere Reihen von Schneefanggittern installiert. Vor der Anbringung von Schneefanggittern sollte man sich über die gewöhnliche Schneehöhe, mit der vor Ort zu rechnen ist, informieren. Dementsprechend kann man dann die erforderliche Höhe des Schneefanggitters bestimmen.

Herstellung von Schneefanggittern

Ältere Schneefanggitter setzen sich aus Rundhölzern zusammen. Sie sind durchaus stabil, müssen aber regelmäßig auf Fäulnis kontrolliert und gegebenenfalls ausgewechselt werden. Für die Herstellung moderner Schneefanggitter werden korrosionsgeschützte Metalle verwendet. Dadurch wird eine außerordentliche Stabilität und Haltbarkeit erreicht. Außerdem lassen sich die modernen Schneefangsysteme auf die Dacheindeckung abstimmen. Optisch besonders gut abgestimmt auf die Dachziegel und Regenrinnen sind Schneefanggitter aus Kupfer. Zu Bitumenschindeln passen dagegen Schneefanggitter aus Edelstahl besonders gut. Bei der Materialauswahl des Schneefanggitters sollte man unbedingt bedenken, dass unterschiedlich edle Metalle nicht zusammen verwendet werden dürfen, weil es sonst zu Korrosion kommt. Schneefanggitter müssen nicht unbedingt mit dem Decken des Dachs eingebaut werden, man kann das Dach mit ihnen auch jederzeit nachrüsten.

[Quelle: hbw-handel.de]