Nachdem mir Matthias vor 3 Jahren Hochbeete für meinen Nutzgarten gebaut hatte, wurde es jetzt Zeit, diese mit neuer Erde aufzufüllen, um mein vorgezogenes Gemüse endlich setzen zu können. Der Aufbau eines Hochbeetes bringt es mit sich, dass die verschiedenen Schichten im Innern mit der Zeit durch den Verrottungsprozess in sich zusammensacken und dann muss von oben natürlich entsprechendes Substrat nachgeliefert werden.

Schichtung eines Hochbeetes

Die Befüllung eines Hochbeetes ist im Grunde recht einfach. Sie erfolgt in Lagen aus verschiedenen Komponenten, die anteilig variieren können. Als Richtwert rechnet man jeweils ca. 20 cm pro Schicht. Wir hatten die Schichtung damals folgendermaßen vorgenommen:

1. Schicht: Gartenschnittgut und hier besonders Äste und Zweige
2. Schicht: die ausgestochenen Grassoden des ehemaligen Rasenstücks
3. Schicht: Eine satte Lage Kompost
4. Schicht: eine Mischung aus Mutterboden und strukturstabiler Pflanzerde

Bereits im letzten Herbst hatten wir die Beete gut 10 cm hoch mit Mutterboden und Pflanzerde aufgefüllt. Es war jedoch da schon klar, dass wir im Frühjahr weitere Erde einbringen müssen, um den Füllstand komplett auszugleichen.

Hochbeete mit neuer Erde auffüllen

Die Vorteile von Hochbeeten sind langläufig bekannt: Kein Bücken, höhere Erträge, längere Erntezeit, weniger Schädlingsbefall, kaum Unkraut und weniger Düngeaufwand. Letzteres mag für die ersten Jahre eines solchen höhergelegten Beetes stimmen, doch mit der Zeit erschöpft sich auch hier der Boden und es muss nachgeholfen werden. Ich fahre ganz gut mit Gründünger, den ich im Spätsommer aussähe, der im Winter zurückfriert und den ich dann im Frühjahr untergrabe. Zusammen mit Kompostgaben hat das bisher gute Erträge gebracht.

Dieses Jahr habe ich mich jedoch bei der Auffüllaktion für spezielle Gemüseerde entschieden. Im Rahmen eines Produkttests konnte ich dabei die Tomaten- und Gemüseerde von frux ausprobieren. Sie enthält u.a. auch Kompost, ist aber im Vergleich zu reinem Gärtnerkompost besser in den Nährstoffen abgestimmt. Durch die Verwendung von organischem Dünger, der sich der Pflanze erst nach und nach erschließt und dem im Gegensatz zu mineralischem Dünger deutlich geringeren Salzgehalt wird das Wurzelwachstum optimal angeregt, was zu kräftigen Pflanzen führen soll.

Die Konsistenz des Pflanzsubstrats fühlte sich beim Ausbringen schon einmal sehr gut an. Zuvor hatte ich die Beete einmal mit dem Spaten umgegraben und mit einer Hacke und einem „Dreizahn“ die Fläche wieder geebnet. Die Zusammensetzung der Gemüseerde verspricht eine hohe Pufferwirkung für Nährstoffe und Wasser. Tonmineralien sollen dabei ein hohes Wasserspeichervermögen sichern und hochwertige Humusanteile eine gute Strukturstabilität gewährleisten. Ich habe also mehrere 45 Liter-Säcke auf meinen Hochbeeten verteilt und das Substrat mit der vorhandenen Erde vermischt. Die Düngung dieser gebrauchsfertigen Spezialerden soll für 4-6 Wochen ausreichen. Zum Schluss habe ich dann die ersten Salat- und Kohlrabi-Setzlinge eingepflanzt und anschließend angegossen.
Letztendlich werde ich erst im Laufe der Saison einen Vergleich ziehen können, ob diese Form der Bodenunterstützung ebenfalls zu einer guten, wenn nicht sogar überdurchschnittlichen Ernte führen wird. Ich bin gespannt und werde zu gegebener Zeit berichten!

Blick hinter die Kulissen

Im nur wenige Kilometer von uns entfernten Ort Uetersen liegt das Erdenwerk von Einheitserde, wo auch die frux-Erden produziert werden. Für meinen Produkttest konnte ich mir so das zu testende Pflanzsubstrat direkt an der Produktionsstätte abholen und kam schließlich noch in den Genuss einer Führung durch das Werk. Der Verkaufsmitarbeiter Herr Hartmann nahm sich die Zeit und erklärte mir ausführlich den Herstellungs- und Abfüllprozess der unterschiedlichen Erden.

Torfhalden_im_Einheitserdenwerk

Torfhalden im Einheitserdenwerk © H.Merten

Ich war beeindruckt von den großen Halden verschiedener Rohstoffe, die bei der Substratzusammensetzung zum Einsatz kommen. Hauptbestandteil jeder Pflanzerde ist Sodentorf, der überwiegend an regionalen Gewinnungsorten abgebaut wird. Nur der sehr leichte helle Torf, der aus den oberen Moorschichten gewonnen wird, kommt aus dem Baltikum. Die Schonung natürlicher Rohstoffressourcen ist für das Unternehmen dabei selbstverständlich und erfolgt im Einklang mit den Anforderungen der Moorkulturtechnik.

Automatische Nährstoffzugabe © H.Merten

Automatische Nährstoffzugabe © H.Merten

Je nach Anforderung und Einsatzbereich werden dem Torf verschiedene Rohstoff- und Düngerkomponenten beigemischt wie z.B. Ton, Holzfaser, Kompost, Sand oder Bims sowie Stickstoff, Phosphat, Kalium, Magnesium usw. So wird zum Beispiel der frux-Bambuserde, die während meines Besuches produziert wurde, eine größere Menge an wasserspeichernden Komponenten wie Naturton und Tonmineralien zugesetzt, weil Bambus einen erhöhten Wasserbedarf hat. Besonders die Nährstoffzugaben sind bei dieser Erde speziell auf den Starkzehrer Bambus abgestimmt.

Spezialerde für das Teichbeet

Am Ende durfte ich mir zwei große Sack mit besagter Bambuserde für die Neuanlage unseres Teichbeets mitnehmen. Dort sollen nämlich Pflanzen mit einem erhöhten Wasserbedarf stehen. Im Pflanzsubstrat waren dann auch deutlich die verschiedenen Zuschlagstoffe erkennbar. Die trotzdem „fluffige“ Spezialerde ließ sich gut einarbeiten und ich hoffe, dass sie einen positiven Effekt auf unseren sonst recht schweren Mutterboden haben wird.

Nach und nach habe ich dann die gewünschten Pflanzen eingesetzt und das Beet sieht inzwischen schon ganz ansehnlich aus. Soweit ich das beurteilen kann, sind alle Pflanzen gut angewachsen. Ein endgültiges Fazit kann ich aber auch erst in ein paar Wochen ziehen. Ich bin besonders auf die heißen Sommerwochen gespannt, denn da werde ich am besten sehen können, wie es sich mit den wasserspeichernden Eigenschaften der Erde verhält.

Update 01.07.2015: Die Pflanzen haben sich wirklich super entwickelt, wie man auf diesem Foto sehen kann.

neu-bepflanztes-Teichbeet

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