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Ein sinkender Wasserstand im Pool ist selten Zufall. Verdunstung erklärt bei einem unabgedeckten Becken etwa drei bis fünf Millimeter pro Tag, abhängig von Lufttemperatur, Wind und Sonneneinstrahlung. Alles darüber deutet auf ein technisches Problem hin. Die Ursachen liegen meist an drei Stellen: an der Folie, an der Verrohrung oder im Technikschacht. Wer die typischen Schwachstellen kennt und systematisch prüft, spart Wasser, Chemie und Energie, und erkennt frühzeitig, wann eine professionelle Ortung sinnvoll ist.
Die Poolfolie: Faltenbereiche, Nähte und Einbauteile
Folienauskleidungen (Liner) bestehen üblicherweise aus PVC mit einer Stärke zwischen 0,6 und 1,5 Millimetern. Verstärkte Folien mit Polyestergewebe (armierte Folien, oft 1,5 mm) sind robuster, aber ebenfalls nicht unverwundbar. Kritische Punkte sind die Übergänge an Skimmern, Einlaufdüsen, Bodenabläufen, Scheinwerfern und Treppen. Dort wird die Folie mit Flanschen verschraubt und mit Dichtungen abgedichtet. Setzen sich diese Dichtungen, altert das Material oder wurden die Schrauben ungleichmäßig angezogen, entstehen Haarrisse, aus denen das Wasser oft unbemerkt in den Boden versickert.
Ein einfacher Ausgangstest zur Eingrenzung ist der Eimertest. Ein Eimer wird auf der Poolstufe platziert, mit Poolwasser gefüllt und der Pegel im Eimer sowie im Becken markiert. Nach 24 Stunden zeigt der Vergleich, ob der Verlust über die reine Verdunstung hinausgeht. Ist das der Fall, hilft im nächsten Schritt der Farbtest: Ein Tropfen Lebensmittelfarbe oder pH-Testflüssigkeit wird bei ausgeschalteter Umwälzung nahe einer verdächtigen Stelle ins Wasser gegeben.
Wird die Farbe eingezogen, liegt dort ein Leck. Für eine belastbare Ortung feiner Risse in der Folie kommen bei Fachbetrieben elektroakustische Verfahren oder das sogenannte Elektrofolienverfahren zum Einsatz, bei dem eine Spannung zwischen Wasser und Erdreich angelegt wird. Weitere Informationen zu Ablauf und Prüfverfahren einer professionellen Leckortung beim Pool (W) finden sich auf spezialisierten Portalen.
Die Verrohrung: Druckleitungen, Saugleitungen und Verklebungen
Poolverrohrungen bestehen fast immer aus PVC-U (hart-PVC), verklebt mit lösemittelhaltigem Tangit-Kleber. Übliche Nenndurchmesser liegen bei DN 50 oder DN 63. Undichtigkeiten entstehen an Klebemuffen, an Übergängen zu Verschraubungen, an T-Stücken und Kugelhähnen. Auch Wurzeleinwuchs, Setzungen des Erdreichs oder Frostschäden nach einer nicht vollständig entleerten Winterpause zählen zu den typischen Ursachen.
Zur Prüfung wird die Anlage abschnittsweise abgedrückt. Dazu werden die Leitungen an Skimmer und Einlaufdüsen mit Prüfstopfen verschlossen und mit einem Kompressor auf einen definierten Prüfdruck gebracht, üblicherweise 0,5 bis 1,0 bar. Der Druck wird über ein Manometer beobachtet. Ein stabiler Wert über 15 Minuten spricht für eine dichte Leitung, ein Druckabfall zeigt eine Undichtigkeit. Für die genaue Lokalisierung der Fehlstelle im Erdreich arbeiten Fachbetriebe mit Tracergas nach DVGW W 623 (meist ein Formiergas aus 95 Prozent Stickstoff und 5 Prozent Wasserstoff), das sich durch den Boden bis zur Leckstelle bewegt und dort mit einem Wasserstoffsensor detektiert wird. Ergänzend kommen Korrelatoren und Bodenmikrofone zur akustischen Ortung an Druckleitungen zum Einsatz.
Der Technikschacht: Filter, Pumpe und Verschraubungen
Im Technikschacht laufen die meisten Verbindungen zusammen, entsprechend hoch ist die Zahl möglicher Fehlerquellen. Zu prüfen sind Pumpengehäuse und Wellendichtring, der Deckel des Vorfilters mit seiner O-Ring-Dichtung, die 6-Wege-Ventile am Sandfilter, Manometeranschlüsse, Rückschlagklappen sowie die Verschraubungen zur Wärmepumpe oder zum Wärmetauscher. Ein sichtbarer Feuchtigkeitsfilm, Kalkspuren an Fittings oder Wasser im Schachtboden sind klare Hinweise.
Sinnvolle Vorgehensweise: Zunächst wird die Anlage bei laufender Pumpe unter Betriebsdruck beobachtet, meist 0,8 bis 1,2 bar am Manometer des Sandfilters. Anschließend wird der Zustand bei abgeschalteter Pumpe verglichen. Tropft es nur im Betrieb, liegt die Ursache auf der Druckseite (nach der Pumpe). Tritt Wasser auch im Stillstand aus, ist die Saugseite oder eine Verschraubung im Rücklauf betroffen. O-Ringe und Flachdichtungen sollten regelmäßig auf Verhärtung geprüft und bei sichtbarem Verschleiß ersetzt werden. Empfohlen wird ein Austausch alle zwei bis drei Saisons, spätestens bei Auftreten erster Undichtigkeiten.
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