Als Heimwerker findet man sich ab und an auf dem Boden der Tatsachen wieder. Nämlich dann, wenn man Bodenbelagsarbeiten vor sich hat. Bei uns waren das ca. 50 m² Wege und eine Sitzfläche an unseren Schwimmteich, die wir mit Polygonalplatten auslegen wollten. Von der Herausforderung eine solche Fläche zu legen mal abgesehen, kann man solche Arbeiten in der Regel nur im Knien durchführen. Wohl dem, der den passenden Knieschoner hat.

Ich selbst hatte bisher nur die einfachen Kniepolster aus Gummi. Die sind bequem beim Draufknien. Aber das schmale Gummiband, das um die Kniekehle gespannt wird, schneidet auf Dauer doch stark in diese ein. Selbst wenn man eine lange Hose anhat. Und durch die extreme Beugung von Ober- und Unterschenkel wird irgendwann auch die Blutzufuhr in den Beinen eingeschränkt. Das merkt man spätestens, wenn man nach längerer Zeit wieder aufsteht und die Beine taub sind. Mir persönlich machen damit Arbeiten im Knien nur bedingt bzw. nur für kurze Zeit Spaß.

Knieschoner mit Gummiband

Kniepolster und Sitz in einem

Nachdem ich im letzten Sommer ca. 35 m² Gartenwege mit Polygonalplatten aus Naturstein gelegt hatte, sollte in diesem Frühjahr noch die daran anschließende Lounge-Ecke mit demselben Material ausgelegt werden. Das war zwar nur die Hälfte der Fläche, trotzdem grauste es mir schon im Voraus vor dem Arbeiten auf den Knien. Da kam mir die Anfrage für einen Produkttest der Firma Installoo gerade Recht. Ich wurde gefragt, ob ich Lust hätte den Kneester, einen neuen Knieschoner zu testen. Der Kneester hat die Besonderheit, dass er gleichzeitig Kniepolster und Sitz in einem ist. Das klingt erst einmal komisch und sieht auch eigenartig aus. Nach dem Auspacken musste ich mir deshalb das Anleitungsvideo genauer ansehen, bis ich verstanden hatte, wie das Ganze funktioniert. Hat man es aber kapiert, ist die Idee hinter dem Kneester genial.

Der Kneester kommt paarweise und besteht aus einem Doppelrohrgestell, das mit einer Querstrebe und zwei Kunststoffpolstern verbunden ist. Das eine Polster dient dabei als Kniepolster, das andere als Sitzkisten. Zusätzlich hat jedes Gestell zwei verstellbare und breite Gurtbänder mit denen der Kneester unterhalb des Knies und am Schienbein fixiert wird. Da der Kneester paarweise daher kommt hat man für jedes Bein ein solches Polster und schützt beide Knie und sitzt bequem. Soweit zumindest die Theorie.

Anschnallen, hinknien und setzen

Wie bereits gesagt sieht der Kneester auf den ersten Blick etwas eigenartig aus. Gleiches gilt für das „Anschnallen“. Dazu steigt man mit jedem Bein einzeln in den Kneester, also zwischen das Rohrgestell. Dann schnallt man die beiden Gurte fest. Was sich komisch anhört, sieht im Video nicht mehr ganz so ungewöhnlich aus. Und man kann sogar erstaunlich gut mit angeschnalltem Knieschoner laufen. Nicht gerade rennen oder weiter Strecken bequem zurücklegen. Aber mal eben schnell zur Seite, die nächste Platte oder den Hammer holen, das geht recht gut.

Das eigentliche Hinknien ist beim ersten Mal auch etwas ungewohnt. Einfach deshalb, weil man ein starres Gestell unterm Hintern hat und plötzlich aufrechter sitzt. Mit den Gummipolstern kniet man relativ flach bzw. tief. Mit dem Kneester dagegen viel aufrechter. Und genau darin liegt die Herausforderung bei bestimmten Arbeiten. Bei Arbeiten, die etwas höher liegen wie z.B. die Jätarbeiten auf dem einen Foto ist der Kneester perfekt. Man kann knien und sitzt dennoch bequem ohne sich die Unterschenkel abzuklemmen. Bei den besagten Pflasterarbeiten hatte ich manchmal das Gefühl vorne über zu kippen, wenn ich mich weit nach vorne gebeugt habe. Das lag aber hauptsächlich an der erhöhten Position und dem dadurch nach vorne verlagerten Schwerpunkt. Das möchte ich jetzt aber gar nicht dem Kneester anlasten. Ich verbuche das vielmehr als persönliche Befindlichkeit. Jeder fühlt sich da anders wohl oder eben unwohl.

Ich habe das „Problem“ für mich dadurch gelöst, dass ich an den drei Tagen, an denen ich auf den Knien herumgerutscht bin, um meine Platten zu verlegen, einfach zwischen Kneester und Gummipolster gewechselt bin. Dadurch konnte ich das jeweils für mich passende Werkzeug nutzen und meinen Knien ging es nach den drei Tagen Arbeit deutlich besser als im Jahr zuvor.

Mein Fazit

Die Idee des Kneesters als Kombination von Knieschützer und Sitz ist grundsätzlich sehr gut. Solange man nicht zu dicht und flach vor sich arbeiten muss, funktioniert der Knieschutz optimal. Die Kniepolster sind angenehm weich und der Sitz ist bequem. Zudem ist man flexibel, da man mit den angeschnallten Schützern auch laufen kann. Den Kneester kann man übrigens ganz einfach bei Amazon kaufen.

Faktencheck

  • Schütz die Knie und die Gesundheit
  • DIN EN 14404 geprüft und CE-zertifiziert
  • Stabile Konstruktion, mit stichfestem Schaumstoff
  • Wiegt weniger als 1,4 kg je Bein
  • Bauteile sind auswechselbar


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