Die Mückenzeit im Sommer ist ja noch nicht vorbei. Und da ich neulich schon einen Testbericht über einen Insektenschutz-Bausatz für Fenster geschrieben habe, gibt es heute einen ähnlichen Bericht. Dieses Mal allerdings nicht für Fenster, sondern für Türen. Genauer gesagt für Terrassentüren. Zumindest kommt der Insektenschutz-Klemmrollo bei uns an der Terrassentür zum Einsatz. Das Testprodukt der Marke Schellenberg wurde uns freundlicherweise von der Firma markenbaumarkt24 zur Verfügung gestellt. markenbaumarkt24 betreibt neben dem eigenen Online-Shop auch ein Blog, in dem ebenfalls Produkttests durchgeführt und Montageanleitungen veröffentlicht werden. Und ergänzend zu unserem heuten Test für Insektenschutztüren, gibt es dort bereits eine sehr ausführliche Montageanleitung für ein Insektenschutz-Fenster.

Lieferumfang und Qualität

Lieferumfang des Klemmrollos

Lieferumfang des Klemmrollos © Matthias Blaß

Zunächst war ich  auf die Qualität gespannt. Wir hatten vor Jahren schon einmal ein solches Klemmrollo an einer Terrassentür montiert. Damals hatten wir uns aus „Budgetgründen“ für eine preiswerte Variante entschieden. Ja ich weiß: Wer billig kauft … Das hatte sich damals leider auch bewahrheitet. Die ganze Konstruktion war sehr labil und der Einzug des Fliegengitters wurde in keiner Weise gebremst. Versehentliches Loslassen des Griffes wurde mit lautem Geschepper quittiert, wenn der Griffrahmen in die Alukassette donnerte.

Der erste Eindruck sah aber bei dem Schellenberg Produkt ganz ordentlich aus. Alles sauber und geschützt verpackt, so dass auch die lackierten Aluminiumteile nicht so schnell zerkratzen können. Neben der sehr stabil anmutenden Alukassette mit dem Einzugsmechanismus und dem eigentlichen Fliegengitter lagen 3 Alu-Führungsschienen bei, wovon die beiden Führungsschienen für oben und unten jeweils mit Bürstendichtungen versehen sind. Des Weiteren lagen diverse Kleinteile aus Kunststoff wie Griffe und Abschlussstopfen sowie eine Tütchen mit unterschiedlichen Schrauben dabei. Auch eine grafische Anleitung wurde beigepackt, wobei mir hier gleich aufgefallen ist, dass man doch etwas genauer nachschauen musste. Manchmal helfen ein paar erklärende Worte schon mehr als eine Standardzeichnung. Der Lieferumfang war aber komplett gemäß der beigefügten Stückliste.

Herausforderung: Doppelflügelige Terrassentür

Gespannt war ich vor allem auf die Ankündigung der „Montage ohne Bohren“ und darauf, wie eine weitere bauliche Herausforderung gelöst werden könnte. Denn der Bausatz war für eine maximale Breite von 1,65 Metern ausgelegt. Natürlich zu kurz für unsere Doppeltür. Das war mir aber bewusst. Ich war trotzdem neugierig, wie die bohrlose Montage an einer normalen Laibung funktionieren soll. Und hier kommt schon der erste Kritikpunkt an dem Produktversprechen: Montage ohne Bohren stimmt nur zur Hälfte. Es ist richtig, dass man den Türrahmen nicht anbohren muss, um das Gegenstück der Alukassette zu befestigen. Allerdings muss genau dieses Bauteil an der gegenüberliegenden Laibung festgeschraubt werden! Und das wird spätestens in der Anleitung deutlich. Ganz ohne Bohren geht es also nicht. Und was an diesem Punkt auch noch fehlt ist der Hinweis in der Anleitung, dass man eine Bohrmaschine oder einen Akkubohrer benötigt. Ich finde, dass gerade der Hinweis auf die bohrlose Montage eine Fehlinformation ist. Denn wenn man sich das Bild oben von der Verpackung genau anschaut, dann fragt man sich vielleicht, wie die Schiene im Rücken der netten Dame befestigt wurde. Das soll es aber auch schon mit der Kritik gewesen sein.

Kantholz als Fixierung der Schiene

Kantholz als Fixierung der Schiene © Matthias Blaß

Wie löst man aber nun das Problem der Befestigung bei einer zweiflügeligen Terrassentür? In dem man eine zusätzliche „Laibung“ herstellt! Denn das Gegenstück zur Alukassette mit dem kleinen Haken zum Einhängen des Rollogriffs muss irgendwo montiert werden. Ich habe mir dabei ganz einfach mit einem Kantholz beholfen. Dieses wurde auf die Höhe der Laibung zurecht geschnitten, sauber geschliffen und schön weiß lackiert. Um das Kantholz nicht an den Türrahmen schrauben zu müssen, es aber dennoch flexibel demontieren zu können (z.B. zum Fensterputzen), habe ich es mit stabilen Klett-Klebepunkten mehrfach auf den Kunststoffrahmen „geklebt“. Klappt super, hält sehr gut und die gesamte Tür kann komplett ohne etwas zu beschädigen wieder demontiert werden.

Zuschnitt und Montage

Holzbrett verhindert das Eindrücken

Holzbrett verhindert das Eindrücken © Matthias Blaß

Die Kassette und die Schienen müssen in die jeweilige Türlaibung eingepasst werden. Dazu misst man die lichte Höhe und Breite und schneidet die Aluteile entsprechend zu. Gut gefallen hat mir hier das aufgedruckte Maßband auf der Rückseite der Alukassette. Dadurch muss man nicht mit einem langen Maßband rumhantieren, sondern kann die Säge direkt an dem Maßband ansetzen. Nur die Schienen muss man noch markieren und ablängen. Als kleinen Tipp empfehle ich hier, in die dünnen Aluschienen ein Holzbrett einzulegen. Dadurch lässt sich das Alu leichter sägen ohne dass es durch den Druck zusammengedrückt wird. Das ganze wird auch durch die Holzeinlage stabiler, wenn man es mit einer Zwinge an den Arbeitstisch fixieren möchte.

Lochband als Laschenersatz

Lochband als Laschenersatz © Matthias Blaß

Die Einzelteile werden größtenteils zusammengesteckt. Dafür befinden sich oben und unten am Kassettenabschluss kleine Kunststofflaschen, in welche man die Führungsschienen mit dem doppellagigen Profil aufstecken kann. Für die Gegenseite liegt allerdings nur eine Lasche zum Festschrauben bei. Damit man aber die untere Führungsschiene auch einfach aufstecken kann, habe ich z.B. einfach ein Stück Lochband eingeführt. Das hatte ich gerade zur Hand und es war stabil genug und hat perfekt gepasst.

Hat man die rechte, lange Schiene an die „Laibung“ festgeschraubt und die obere und untere Führungsschiene jeweils links und rechts in die Laschen geschoben, kann man die komplette Insektenschutztür perfekt vor die Terrassentür „klemmen“. Zum Schluss wird noch der Haken für den Rollogriff etwa in der Mitte der Gegenschiene festgeschraubt, damit man den zugezogenen Rollo einhängen kann. Fertig ist der Insektenschutz an einer Tür. Öffnen und Schließen geht etwas fummelig. Aber mit ein wenig Übung klappt das schon.

Spalt zwischen Rahmen und Schiene

Spalt zwischen Rahmen und Schiene © Matthias Blaß

Einen letzten Hinweis möchte ich noch geben, der bei einer mittigen Montage in einer doppelflügeligen Terrassentür wichtig ist. Wie auf dem Bild rechts zu sehen ist, ergibt sich durch die Lüftungsöffnungen an den Türrahmen unten ein „Zangsabstand“ zwischen Rahmen und Gegenschiene. Leider ist dieser etwa 5 mm breit, so dass hier Insekten sprichwörtlich Tür und Tor offen stehen würde. Es empfiehlt sich daher entweder meine Version der Zusatzlaibung umzusetzen, denn dadurch ist der Spalt verdeckt. Oder man klebt eine weitere Bürstendichtung auf die Rückseite der Schiene, um den Spalt zu schließen. Leider liegt eine solche Dichtung nicht bei. Aber so etwas bekommt man sicher auch im Baumarkt. Oder aber Schellenberg erweitert den Lieferumfang um eine solche Dichtung.

Fazit:

Fertig montierte Insektenschutztür

Fertig. Insektenschutztür © Matthias Blaß

Insgesamt macht der Schellenberg Insektenschutz-Klemmrollo einen qualitativ hochwertigen Eindruck. Ob der Preis von rund 130 € gerechtfertigt ist, muss jeder selbst entscheiden.

Bis auf die optimierungsbedürftige Montageanleitung sind die erwähnten Erweiterungen des Liefersets um die zusätzliche Dichtung oder die untere Lasche wahrscheinlich eher meinen baulichen Anforderungen geschuldet. Die Montage geht insgesamt aber recht zugig und der Rollo selbst lässt sich gut zuziehen und fährt auch angenehm gebremst zurück in die Kassette. Das Gitter im Bild rechts ist übrigens im Foto nachträglich geschwärzt. Es muss ja nicht jeder sehen, was bei uns auf dem Esstisch steht 😉