Bei der Gestaltung oder Renovierung von persönlichen Wohnräumen liegt bei vielen das Hauptaugenmerk auf den Wänden und dem Boden. Der Decke wird dabei sehr viel weniger Beachtung geschenkt. Sie ist häufig das Stiefkind des Raumkonzeptes. Doch gerade eine moderne und individuell gestaltete Decke kann maßgeblich zum harmonischen Gesamtbild eines Raums beitragen.

Weiße Standarddecke

Das übliche Verfahren, um Decken zu gestalten, ist das Tapezieren mit Raufaser oder Fließtapete. Danach noch schnell weiße Farbe oder Streichputz drüber gestrichen und schon wird die Zimmerdecke keines Blickes mehr gewürdigt. Oder doch? Immer wenn wir uns in eine liegende Position begeben, blicken wir fast zwangsläufig nach oben und schauen somit an die Decke. Wenn wir eine Kirche mit einem kunstvollen Deckenfresko betreten, geht unser Blick automatisch gen Himmel. Genauso ergeht es uns, wenn wir uns in einem Raum mit tollen Lichtinstallationen an der Decke befinden. Grund genug, sich also etwas genauer mit der Wand über uns zu beschäftigen.

Gestaltungsmöglichkeiten für Decken

Die perfekte Deckengestaltung kann für jedes Zimmer anders aussehen oder man entscheidet sich für einen durchgängigen Stil. Das hängt ganz von den umgebenden Wänden und dem gesamten Stil des Hauses oder der Wohnung ab. Es stehen unendliche viele Farben und Materialien zur Auswahl, um auch mit Decken schöne Akzente setzen zu können.

Farben und Tapeten

Das Raumempfinden von einzelnen Zimmern kann durch den Einsatz von Farben maßgeblich verändert werden. Das gleiche gilt natürlich auch für Decken. Eine hohe Decke kann optisch durch dunklere Farben „nach unten gezogen“ werden und lässt größere Räume damit gemütlicher erscheinen. Niedrige Decke können im Umkehrschluss durch helle Farben „erhöht“ werden und längs verlaufende Muster lassen kleinere Räume größer wirken.

Eine Betondecke kann man auch toll mit farbiger Spachtelmasse verzieren oder man lässt sich von einem erfahrenen Wandmaler ein individuelles Deckenbild malen. Dann sollte der Untergrund jedoch vorher so behandelt worden sein, dass er schön glatt ist. Deckenmalerei erschafft eine Illusion von Tiefe und öffnet einen Raum nach oben hin.

Auch mit Tapeten lassen sich tolle Effekte erzielen. So kann man in großen Räumen zum Beispiel die Wandtapete einfach weiter über die Decke laufen lassen und erzielt damit ein einzigartiges Raumgefühl. Ähnlich tolle Effekte erzielt man durch Deckentattoos, das sind im Grunde Wandtattoos, die auch an einer Decke wirken. Wie man sich einen Sternenhimmel ganz schnell selber machen kann, steht in dieser Anleitung.

Stuckelemente

Eine elegante und zeitlose Deko für Zimmerdecken sind Stuckelemente. In Altbauwohnungen kann man sie noch zum Teil im Original bewundern. Aber auch mit modernem Stuck aus Kunststoff, den man ganz leicht nachträglich an Decken und Wände anbringen kann, lässt sich ein barockes Wohnambiente schaffen. Die plastischen Schmuckornamente gibt es in Form von Leisten, Rosetten und anderen Formen, die einfach nur aufgeklebt werden. Das Ergebnis ist ein täuschend echt wirkendes Altbau-Flair.

Decken abhängen

In manchen Fällen ist es sinnvoll eine Decke abzuhängen. Sehr hohe Räume, die zum „Hallen“ neigen, kann man damit zum Beispiel geräuschärmer gestalten. Stark renovierungsbedürftige Decken lassen sich so leicht kaschieren. Oder wer Leuchten nachträglich einbauen will oder mit Lichteffekten arbeiten möchte, der kommt um eine abgehängte Decke nicht herum.

Gipskartonplatten

Der Materialklassiker für die Deckenabhängung sind sicherlich Gipskartonplatten. Diese Platten kommen überall im Trockenbau zum Einsatz und sind sehr beliebt, weil man mit ihnen schnell größere Flächen verdecken oder aufbauen kann. Gipskartonplatten können auf Holz- sowie Aluprofilkonstruktionen geschraubt werden. Damit die Decke anschließend glatt ist und keine Fugen oder Schraubenlöcher mehr zu sehen sind, müssen die Platten sauber verspachtelt werden. Danach kann die ebene Fläche nach Belieben gestaltet werden.

Deckenpaneele

Sehr natürlich und behaglich wirken Decken, die hölzerne Elemente aufweisen. Verschiedene Holzarten, vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten und innovative Strukturen machen das Material Holz für die Deckengestaltung so beliebt.

Eine zeitlose, sehr haltbare und vor allem reinigungsfreundliche Deckenverkleidung ist mit Hilfe von Deckenpaneele zu realisieren. Die zumeist furnierten Platten werden auf eine Unterkonstruktion aufgebracht, die vorher an der Decke verschraubt wurde. Wie man eine Paneeldecke anbringt sieht man in dem folgenden Beitrag.

Mittels moderner Deckenpaneele lässt sich durch verschiedene Verlegeoptiken zudem ein ausgefallenes Raumkonzept erschaffen, das durch integrierte Strahler und Leuchten eindrucksvoll unterstützt werden kann.

Spanndecken

Die letzte Rettung für stark renovierungsbedürftige Decken ist manchmal nur noch eine sogenannte Spanndecke. Eine Spanndecke ist ein „Decke-unter-Decke-System“, bei dem die alte Decke zwar komplett kaschiert wird, dabei aber – anders als bei einer abgehängten Decke – völlig unberührt bleibt. Eine Spanndecke besteht aus einem reißfesten und wasserdichten Folienmaterial (Polymer). Die Folie gibt es in glänzender und matter Optik und man kann sie zum Teil digital bedrucken lassen. Spanndecken sind zudem schallisolierend und bieten sich somit als teilweiser oder kompletter Deckeneinzug in hohen Räumen an.

Spanndecken werden in einem Stück an Halteleisten befestigt und gespannt, die vorab an den Innenwänden montiert wurden. Die Leisten bestehen aus Metall (häufig Aluminium), um den Zugkräften und möglichen Witterungseinflüssen standhalten zu können.

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