Wir sind für heimwerker-aktuell.de ja immer auf der Suche nach kreativen Ideen rund um Haus und Garten. Bereits im Jahr 2010 waren wir auf eine zumindest ungewöhnliche Art der Treppenkonstruktion gestoßen. Riccardo Düring, der seinen Hausbau mit Isorast realisierte, hatte für seine Betontreppen einen Bodenbelag aus Laminat gewählt. Inzwischen ist der Wunsch bei Verbrauchern nach fair gehandelten und nachhaltig produzierten Waren stetig gestiegen. Laminat und das hochwertigere Parkett gehören für viele inzwischen zur Bauplanung mit dazu. Und auch bei der Treppensanierung fließen diese zwei Bodenbeläge wie selbstverständlich mit ein. Grund genug, dass wir das Thema Laminat- bzw. Parketttreppensanierung einmal näher unter die Heimwerker-Lupe nehmen.

Grundsätzliche Probleme bei der Treppensanierung

Eine mit den Jahren unansehnlich gewordene Treppe ist nicht nur ein optisches Ärgernis. Je nachdem wie strapaziert oder sogar beschädigt die Treppenstufen sind, bedeutet das für die Hausbewohner ein großes Unfallrisiko. Eine Treppensanierung ist demnach in zweifacher Hinsicht angesagt. Neuralgischer Punkt bei Bodenbelägen, die an der Treppe montiert werden, ist die Treppenkante, demnach der Übergang von der waggerechten „Trittstufe“ zur senkrechten „Setzstufe“. Die Schwachstelle entsteht, da genau hier das Material beim Begehen der Treppe am meisten strapaziert wird. Es gibt im Wesentlichen zwei Möglichkeiten, diesen Übergang zu meistern: Entweder es werden Treppenschienen und Verblendleisten für den Abschluss der Stufenkanten verwendet, oder man greift zu sogenannten Komplettsystemen. Diese enthalten vorgefertigte Trittstufen mit Vorderkante, Setzstufen und Zubehör wie Montagehilfen.

Vorbereitung der Treppe und Zuschnitt der neuen Stufen

Bei einer Treppenrenovierung trifft man häufig auf die Variante „Teppichboden auf Holztreppe“. Obwohl es theoretisch möglich ist, Laminat auf Teppichboden zu verlegen, raten Experten davor ab. Das heißt: Alte Beläge, in welcher Form auch immer, sollten vor dem Laminatverlegen gründlich entfernt und schadhafte Stellen ausgebessert werden. Wichtig: Vor dem Verlegen akklimatisieren die Paneele bei einer Raumtemperatur von mindestens 16 C° und höchstens 55 Prozent Luftfeuchtigkeit in etwa 24 Stunden – da sie sich sonst verziehen können. Alles ist vorbereitet? Dann geht es jetzt ans Ausmessen. Wurde die Variante Treppenkantenprofil mit Grund- und Deckprofil gewählt, lässt sich die Länge einfach mit zwei Zollstöcken ermitteln. Diese werden gegeneinander bis an den Rand der Treppenstufe geschoben, und die Länge addiert. Verfügt die Konstruktion über ein Grundprofil, darf dieses gerne 2 bis 3 mm kürzer als die gemessene Länge ausfallen. Die Deckprofile müssen jedoch millimetergenau passen, damit ein sauberer Übergang zur Wand entsteht.

Ebenso exakt geht es beim Ausmessen der Trittstufen zu. Wichtig: Gerade bei älteren Immobilien ist es keine Seltenheit, dass die Treppenstufen unterschiedlich ausfallen. Auch wenn es einen etwas größeren Aufwand bedeutet. Es wird dringend empfohlen, jede Treppenstufe einzeln auszumessen und zu nummerieren. Wobei wir uns immer von „oben nach unten“ bewegen. TIPP: Nicht lange viel Zeit mit Schablonen anfertigen vergeuden. Im Handel lassen sich sogenannte „Treppenspinnen“, im Fachjargon Treppenlehre genannt, günstig ausleihen. Die Tastlehren, die in der Tat an Spinnenbeine erinnern, sind 60, 80 und 100 cm lang, drehbar sowie verschiebbar am Mittelpunkt verbunden. Damit lässt sich jede Form von Treppenstufe (z. B. bei der Wendeltreppe) exakt abgreifen. Einfach die Taster bis zu den Außenpunkten der Treppenstufe verschieben, die Feststellschraube anziehen und die Treppenspinne vorsichtig abnehmen. Dann die Treppenspinne auf die Paneele aus Laminat oder Parkett legen und ruckzuck ist das Maß übertragen.

Das Ausmessen der Setzstufen gestaltet sich mit einem kleinen Trick ebenso leicht. Die neue Trittstufe liegt auf der alten Treppenstufe auf. Jetzt wird die Setzstufe auf die Trittstufe aufgesetzt und liegt an der oberen Treppenstufe an. Genau an dieser Treppenkante erfolgt der Sägeschnitt. Obwohl so eigentlich schon ein formschlüssiger Übergang entsteht, sind im Handel noch Zierblenden erhältlich. Bisher gingen wir davon aus, dass die Treppe nicht eingefasst ist, es demnach keine „Treppenwange“ gibt. Sollen hingegen auch die Treppenseiten verkleidet werden, kommt man um den Einsatz von Schablonen nicht herum. Auch hier hilft ein Trick: In einem Bastelladen etwas stärkeres Papier, am besten im Postkartenformat, kaufen. Mit den Kärtchen und Klebestreifen lässt sich das Profil wunderbar abgreifen, dann einfach auf einen stärkeren Karton auflegen, abzeichnen und schon ist eine effektive Schablone entstanden.

Besonderheiten bei der Parketttreppe

In den seltensten Fällen wird mit Parkett die komplette Treppe verkleidet, die in dieser Ausführung einer reinen Holztreppe gleichen würden. Viel interessanter wirkt es, den hochwertigen Bodenbelag auf einer Treppe mit lediglich Trittstufen in Parkett fortzuführen. Das liegt auch daran, dass Parkettpaneele ihre optische Attraktivität im Besonderen in horizontaler Lage ausspielen. Inlays, Legemuster und Holzzeichnungen werden beim Treppen begehen aufgenommen und weiter geführt. TIPP: Wird auf der Treppe die Optik des Umgebungsparketts aufgenommen, entsteht ein durchgehender Eindruck. Die Bodenverkleidung erfährt durch den Höhenunterschied eine „dreidimensionale“ Versetzung. Ein toller Effekt. Bei der Ausrichtung von Parkett gilt es aber im Besonderen bei Schiffsplankenparkett die Weiterführung der Verlaufslinien zu beachten – da ein Versatz im rechten Winkel den harmonischen Eindruck stören würde. An die Verlegung bei der Parketttreppe sollten sich nur passioniert Heimwerker wagen. Hier hilft dann ein Fachbetrieb wie Holztreppen Grafparkett mit dem richtigen Werkzeug aus, verrät Tipps und Tricks oder verkleidet die Treppe auf Wunsch auch gleich selbst.

Egal ob in DiY-Manier oder vom Fachmann bewerkstelligt – heimwerker-aktuell.de wünscht viel Spaß mit der neuen Treppe.

(Bildrechte: Bildnachweis: © Grafparkett)

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