Norddeutsche Sommer sind häufig nass. Gummistiefel gehören daher auch in dieser Jahreszeit zur Grundausstattung jedes Nordlichtes. In diesem Jahr war das Wetter mal wieder besonders schlimm. Ab Juli regnete es ständig und vor allem heftig. Unser Garten glich zeitweise einer Sumpflandschaft. Und so hatte ich das Gefühl, gar nicht mehr aus den Stiefeln heraus zu kommen. Grund genug für mich, diese wasserdichte Fußbekleidung einmal einem echten Härtetest zu unterziehen.

Die Materialfrage

Für meinen Test bekam ich kompetente Unterstützung durch den Shop www.gummistiefelexperten.de. Hier hat man neben einem breiten Angebot am Gummistiefeln auch eine große Auswahl an Regenbekleidung. Ich suchte mir ein paar Gummistiefel der Finnischen Marke Nokian aus, denn meine alten Stiefel sind inzwischen nur noch für die Stallarbeit zu gebrauchen. Ein Regenmantel der Marke Happy Rainy Days machte mein Regenoutfit komplett. Da ich sehen wollte, welche Einsatzmöglichkeiten sich für Gummistiefel so ergeben können, entschied ich mich für ein Modell aus 100% Naturkautschuk, das außerdem mit einer herausnehmbaren Filzsohle, einem ordentlichen Profil für den nötigen Gripp und natürlich mit einer schönen Farbe aufwarten konnte. Es wurde mal wieder rot, denn das ist nun mal meine Lieblingsfarbe.

Beim Material von Gummistiefeln scheiden sich die Geister. Viele schwören ja auf PVC, weil das langlebiger als Kautschuk sein soll. Es ist vor allem UV-stabiler. PVC ist jedoch nicht so flexibel wie Naturkautschuk und deshalb meines Erachtens weniger angenehm zu tragen. Besonders beim Zurücklegen von längeren Strecken kann so ein starrer PVC-Stiefel schon mal zur echten Last werden. Stiefel aus Kautschuk sind durch ihre Flexibilität sehr trageangenehm und die schockabsorbierende Sohle der Nokians im Speziellen trägt zudem zur Rückenentlastung bei. Außerdem trage ich Gummistiefel ja vorrangig bei Regen oder eben bei feuchter Witterung. Bei Sonnenschein bevorzuge ich dann doch luftigeres Schuhwerk. Dass ich meine Kautschukstiefel nicht in der prallen Sonne lagere, versteht sich von selbst.

Eigenschaften von Gummistiefeln

Ein Gummistiefel soll vor allem vor Feuchtigkeit von außen schützen – also dicht sein. Wo nichts reinkommt, kommt aber natürlich auch nichts raus. Deshalb ist ein Naturmaterial immer vorzuziehen wegen seiner Atmungsaktivität. Eine gute Innenbeschichtung aus Baumwolle tut sein übriges, denn sie nimmt zumindest einen Teil des Schwitzwassers auf. Meine Stiefel haben dazu noch eine dicke Filzsohle, die ebenfalls Schweiß aufsaugt und zum Trocknen oder Reinigen jederzeit herausgenommen werden kann. Die Sohle dient zudem der Wärmeisolierung. Das Material der Stiefel hält laut Hersteller sogar Minusgrade bis zu -40 Grad aus!

Manche Gummistiefel verfügen sogar über ein ergonomisches Fußbett und sind somit besonders komfortabel zu tragen. Gerade für Menschen mit Rückenproblemen sind solche Modelle sehr empfehlenswert.

Je nach Anwendungsbereich gibt es niedrige, halbhohe und hohe Gummistiefelvarianten. Wer nur mal mit dem Hund bei Regen um die Ecke laufen muss, für den eignen sich sicherlich die niedrigen Gummischuhe. Man ist schnell hineingeschlüpft, es gibt sie in diversen modischen Farben und man kann wie bei allen Varianten zwischen hochwertigen Bequem- oder einfachen Lowcost-Modellen wählen. Wer jedoch knöcheltief im Matsch oder Mist arbeitet oder gar durch fast knietiefes Wasser waten will oder muss, für den bieten sich dann doch eher die höheren Modelle an.

Gummistiefeltest

Ich habe mich für einen halbhohen Gummistiefel Damen entschieden, denn er schien mir am geeignetsten für meine Zwecke. Ich wollte den Stiefel ja hauptsächlich im Sommer testen und da wäre ein hohes Modell vielleicht doch zu massiv gewesen. Außerdem war meine Wahl auch von modischen Aspekten geprägt, denn Gummistiefel können durchaus zu einem hippen Outfit beitragen.

Vorab sei schon mal gesagt, dass meine Nokian mir in diesem „Sommer“ in diversen Situationen gute Dienste geleistet haben. Sei es beim Open-Air-Konzert auf vollkommen durchweichtem Festival-Gelände, bei der Arbeit in unserem eigenen Garten-Sumpfbiotop aber vor allem in unserem Sommerurlaub in Schweden.

Sonst habe ich bei Regenwetter häufig meine Goretex-Schuhe angezogen, aber die sind einfach nicht so flexibel einsetzbar, wie es die Gummistiefel sind. Vor allem lassen die sich nicht so schnell reinigen und wiedereinsetzen, wie es die Stiefel tun. Matschige Untergründe waren für meine neuen Gummistiefel kein Problem. Mit der griffigen Sohle hatte ich guten Halt, die Füße blieben trocken und warm und hinterher waren sie im Handumdrehen durch den Einsatz von Wasser und einem Schwamm wieder sauber. Sollten die Stiefel mal stärker verschmutzt sein oder stumpf werden, hilft das Abreiben mit Silikonöl.

Das gleiche gilt für`s Angeln. Mit den Stiefeln war ich bestens präpariert, um über nasse Wiesen Richtung See zu laufen, auf rutschigen Steinen im Uferbereich festen Halt zu finden und ohne kalte Füße zu bekommen auch mal eine halbe Stunde im Wasser zu stehen. Gefangen habe ich leider nichts. Vielleicht hat das Rot der Stiefel den ein oder anderen Fisch doch eher in die Flucht geschlagen…

Waldspaziergänge bei strömendem Regen waren Dank der Gummistiefel und des langen Regenmantels, der durch die verschweißten Nähte sehr gut dicht hielt, ebenfalls kein Problem. Nicht dass ich solche Spaziergänge bevorzuge, aber in Schweden waren solche Touren leider unvermeidbar. Da der Regenmantel über ein durchgängiges Baumwollinnenfutter verfügt, ist er durchaus atmungsaktiv und man bleibt auch von Innen halbwegs trocken.

Gummistiefel vs. Zecken

Den absoluten Zusatznutzen zeigten die Gummistiefel bei der Zeckenabwehr. Sei es beim Pilze sammeln oder Suchen von Geocaches: Beides erfolgt häufig in unwegsamen Gelände mit oftmals hohem Bewuchs – beste Zeckendestinationen. Die Viecher krabbeln gerne unter die Hosenbeine und setzen sich dann an der Haut fest. Wenn man die Hose jedoch in die Gummistiefel steckt, macht man es den Blutsaugern ungleich schwerer, ihr Ziel zu erreichen.

Fazit

Gummistiefel sind ein Allroundtalent. Wer etwas mehr investiert, bekommt zudem bequemes und erstaunlich alltagstaugliches Schuhwerk, dass sich bei vielen Gelegenheiten einsetzen lässt. Der Gummistiefel ist ein „Arbeitsgerät“ für die nasse Jahreszeit, kann aber auch in regenreichen Sommern zu einem unverzichtbaren Bekleidungsstück werden. Wer seine Stiefel gut pflegt, wird lange Freude an ihnen haben. Situationen um sie einzusetzen, gibt es auf jeden Fall genug.

(Bildrechte:  Heimat13)


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