Man kann es drehen und wenden, wie man will: ein Garten ist erst einmal nichts weiter als eine erdige Fläche, die sich bei Regen im Handumdrehen in eine Schlammwüste verwandelt. Wenn wir in ihm sauberen und sicheren Fußes agieren möchten, schaffen befestigte und gepflasterte Flächen Abhilfe. Mit Linienführung, Wegbreiten, Materialwahl und Materialfarben sowie Flächenstruktur lässt sich ein Garten durch Wege maßgeblich gestalten.

Einen Rundgang machen

Bevor man sich an die Umsetzung von Gartenwegen macht, sollte man sich die Zeit für Rundgänge nehmen. Am besten durchkreuzt man sein Grundstück zu verschiedenen Tageszeiten und gedanklich auch einmal in den vier Jahreszeiten, um ein Gefühl dafür zu bekommen, welchen Einfluss Sonneneinstrahlung, Wind, Regen, Schnee oder Trockenheit auf die Wegführung haben könnte. Auch mit der Topografie des Grundstücks sollte man sich beschäftigen, denn kaum ein  Garten ist vollkommen eben.

Als nächstes sollte man über Bewegungsmuster nachdenken. Die Hauptaufgabe von befestigten Wegen sind die Verbindung von der Straße zum Haus und in den Garten, die Verknüpfung verschiedener Garteneinrichtungen untereinander und die Erschließung oder Trennung von Pflanzungen und Rasenflächen. Unnötige oder dem Zweck nicht dienliche Wege werden häufig durch Abkürzungen in Form von Trampelpfaden ersetzt, darum sollte man jeden Weg auch auf seine Sinnhaftigkeit hin prüfen. Welcher Weg soll welche Funktion erfüllen? Wie oft wird er genutzt? Wo genau brauche ich befestigte Wege, wo tut es zum Beispiel auch ein einfacher Mulchweg? Aber Vorsicht – zu viele Wege zerstückeln die Gartenfläche unnötig und machen sie unruhig.

Maßstabsgerechte Zeichnungen helfen

Eine maßstabsgerechte Zeichnung stellt das Grundstück aus der Vogelperspektive dar. Wenn man einen solchen Grundriss von seinem Grundstück besitzt, kann man diesen z.B. auf dem Kopierer vergrößern und dann als Planungshilfe benutzen. In den Plan werden alle vorhandenen Baulichkeiten und Anlagen wie Haus, Einfahrt, Blumenbeete aber auch Wasser- und Stromanschlüsse übertragen. Dafür misst man vorher alles genau aus und überträgt die Messergebnisse dem gewählten Maßstab gemäß in den Plan. Auf dem Papier lassen sich nun die Flächen beliebig hin- und herschieben sowie in Größe und Form verändern. Das ist auf jeden Fall leichter, als Erde und Pflastersteine zu bewegen ;o)

Hat man sich bezüglich der Wegeanzahl und -führung festgelegt, hilft die maßstabsgerechte Zeichnung bei der Berechnung der für den Unterbau und die Befestigung benötigten Materialmengen und dient als Richtschnur bei der Umsetzung.

Pflastermaterialien

Der Charakter eines Gartens wird ganz entscheidend auch vom Material der Wege geprägt. Jedes Material hat seinen besonderen Look: Ein naturnaher Garten wirkt am besten durch „altmodische“ Beläge wie wieder aufbereiteter Klinker oder Kopfsteinpflaster; ein moderner Garten ist mit der sachlichen Ausstrahlung von Betonbelägen besser beraten. Jedes Material hat seine Vor- und Nachteile in Bezug auf Verlegung, Kosten, Haltbarkeit und Wetterfestigkeit. Die gängigsten Pflastermaterialien sind:

  • Klinker
  • Fliesen
  • Betonsteine oder –platten
  • Zierkies
  • Naturstein (Feldsteine, Bruchsteinplatten oder Werksteine)
  • Gießbeton

 

Verlegung von Betonpflaster in Sandbett

Verlegung von Betonpflaster © Matthias Blass

Grundlagen der Gartenweganlage

Genau wie Fußböden im Haus, müssen Bodenflächen im Außenbereich unabhängig von Typ und Material eben und trocken sein. Das bedeutet, dass man seine Aufmerksamkeit vor der Beschäftigung mit Materialien und Verlegetechniken erst einmal auf Gefälle, Dränage und die Herstellung eines soliden Unterbaus richten sollte.

Ein stabiler und gut ausgeführter Unterbau ist das A und O für jede gepflasterte Fläche, die robust und fest sein sollte. Er verhindert, dass das Pflaster reißt oder absackt, und sorgt für eine gute Dränage der Fläche. Der erste Schritt  bei der Schaffung eines soliden Unterbaus ist das Ausheben einer Grube, die danach mit Splitt oder Betonrecycling aufgefüllt und verdichtet wird. Danach wird eine Sandschicht als „Verlegebett“ aufgebracht und kann je nach Anforderung an die Traglast der Fläche noch mit Magerbeton angereichert werden.

Mengenberechnung für Unterbaumaterial

Unterbaumaterial erhält man im Baustoff- oder Straßenbaumaterialhandel. Meist wird kubikmeter- oder tonnenweise verkauft. Die Fachhändler sind gerne bei der Mengenberechnung behilflich. Ein guter Wegeplan mit exakten Maßangaben ist jetzt bares Geld wert, denn anhand der Länge und Breite der Wegflächen, die man miteinander multipliziert, und danach das Ergebnis mit der Schichthöhe der Unterbaumaterialien (Schichtdicke in Meter umrechnen!) jeweils mal nimmt, erhält man die benötigte Menge in Kubikmetern

Beispiel:

Bei einer 4 x 4 Meter großen Terrasse, die mit einer Splittschicht von 8 Zentimetern versehen werden soll rechnet man:

Flächeninhalt 4 x 4 = 16 Quadratmeter x 0,08 Meter Schichtdicke = 1,28 Kubikmeter Splittmenge

Zu diesem Ergebnis rechnet man in der Regel noch 10% mehr loses Material hinzu. Damit wird der Verdichtung und jeglichem Setzen des Materials Rechnung getragen. Sind die endgültigen Mengen für Unterbau und Belag berechnet, gilt es Kosten und Anlieferung zu besprechen. Die Anlieferung durch den Händler erfolgt häufig nur bis zur Bordsteinkante. Wem der weitere Transport des schweren Materials aufs Grundstück zu weit erscheint oder wer sich grundsätzlich vor unnötiger Schlepperei schützen möchte, dem seien mobile Transporthelfer in Form von Gabelstaplern, Hebebühnen oder sonstigen Hebehilfen empfohlen. Diese kann man je nach Projektumfang  z.B. bei cegema.de mieten oder kaufen.

Verlegevarianten von Pflaster

Für das Verlegen von Pflaster oder Platten gibt es drei grundlegende Varianten:

  • Die Trockenverlegung
  • Die Verlegung auf flexiblem Unterbau mit Mörtelfugen
  • Verlegung in Kleber oder Mörtel auf Betonunterbau