Badezimmer selbst renovieren: Planung, Elektroinstallation und Montage im Spiegelbereich

Badezimmer mit schönem Spiegelbereich und hellem Licht

Eine Badsanierung in Eigenregie spart je nach Umfang zwischen 30 und 50 Prozent der Handwerkerkosten, verlangt aber solide Kenntnisse in Sanitär, Elektrik und Fliesenarbeit. Wer die Reihenfolge der Gewerke einhält und normgerecht arbeitet, erreicht ein Ergebnis, das auch bei einer späteren Wohngebäudeversicherung oder beim Verkauf standhält. Der folgende Beitrag beschreibt die zentralen Arbeitsschritte, technische Vorgaben und typische Fehlerquellen.

Planungsphase und rechtliche Rahmenbedingungen

Am Anfang steht ein maßstabsgetreuer Grundriss, idealerweise im Maßstab 1:20. Darin werden Wasseranschlüsse, Abflüsse mit Gefälle von mindestens zwei Prozent nach DIN 1986-100 sowie Steckdosen und Lichtauslässe eingetragen. Für Mietwohnungen ist eine schriftliche Zustimmung des Vermieters erforderlich, sobald in die Bausubstanz eingegriffen wird. Eigentümer in Wohnungseigentümergemeinschaften prüfen die Teilungserklärung, da Steigleitungen und tragende Wände zum Gemeinschaftseigentum zählen.

Wesentlich für die Planung sind die Schutzbereiche nach DIN VDE 0100-701. Bereich 0 umfasst das Innere der Wanne oder Dusche, Bereich 1 den Raum darüber bis 2,25 Meter Höhe, Bereich 2 einen 60 Zentimeter breiten Streifen daneben. In Bereich 2 sind Leuchten mit mindestens IP44 zulässig, Steckdosen erst außerhalb, sofern sie nicht über einen Trenntrafo laufen. Diese Angaben stammen aus dem Regelwerk der DKE, das über die VDE-Publikationen bezogen werden kann.

Sanitärinstallation, Fliesen und Abdichtung

Nach dem Rückbau folgt die Rohinstallation. Wasserleitungen werden heute meist in Verbundrohr (PE-X/Al/PE-X) verlegt, mit Pressverbindungen nach DIN EN 806. Der Abwasseranschluss für Waschtische liegt üblicherweise auf 55 Zentimeter über Fertigfußboden, bei wandhängenden WCs auf 22 Zentimeter. Nach der Rohinstallation erfolgt eine Druckprüfung mit 15 bar über zwei Stunden gemäß ZVSHK-Merkblatt.

Die Verbundabdichtung nach DIN 18534 ist Pflicht in allen Nassbereichen. Zwei Schichten Dichtschlämme oder Flüssigfolie, kombiniert mit Dichtbändern in Ecken und an Rohrdurchführungen, verhindern Feuchteschäden. Erst danach werden Fliesen verlegt, wobei im Duschbereich ein Fugenanteil unter fünf Prozent für weniger Reinigungsaufwand sorgt.

Bei der Wahl der Ausstattung lohnt sich der Vergleich zwischen offenen Regalen und geschlossenen Möbeln. Ein Spiegelschrank Bad (W) verbindet Stauraum, Beleuchtung und Reflexionsfläche in einem Element und reduziert die Zahl separater Wandmontagen. Modelle mit integrierter LED-Beleuchtung nach DIN EN 12464-1 erreichen die für Grundreinigung und Rasur empfohlenen 500 Lux am Waschplatz.

Elektroinstallation und Montage im Spiegelbereich

Elektroarbeiten am Endstromkreis dürfen laut Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) §13 nur von eingetragenen Fachbetrieben ausgeführt oder abgenommen werden. Heimwerker können Vorarbeiten wie Schlitzen, Dosensetzen und Leerrohrverlegung übernehmen. Für den Anschluss eines Spiegelschranks mit Beleuchtung, Rasiersteckdose und teils Bluetooth-Modulen ist ein separater Stromkreis mit FI-Schutzschalter (RCD) mit 30 mA Auslösestrom Standard.

Die Wandmontage richtet sich nach dem Untergrund. IIn Innenwänden aus Gipskarton sind dafür Hohlraumdübel wie Molly oder Toggler nötig, die je nach Größe 20 bis 40 kg pro Befestigungspunkt tragen. In Massivwänden aus Beton oder Kalksandstein reichen Nylondübel Größe 8 mit Spanplattenschrauben. Porenbeton erfordert spezielle Langdübel, da die Druckfestigkeit nur 2 bis 7 N/mm² beträgt. Die Oberkante des Schranks liegt auf 200 cm Höhe, die Unterkante auf 140 bis 150 cm Höhe, damit auch Personen unter 1,70 m Körperhöhe die obersten Fachböden erreichen.

Bei Modellen mit Netzanschluss wird die Zuleitung vor dem Verputzen in ein Leerrohr M20 gelegt und mit einer Unterputzdose hinter dem Korpus abgeschlossen. So bleibt die Wand fugenlos, und ein späterer Austausch des Schranks ist ohne Stemmarbeiten möglich. Eine Netzfreischaltung oder ein Bewegungsmelder mit Nachlaufzeit senkt den Standby-Verbrauch der LED-Streifen auf unter 0,5 Watt und entspricht der EU-Ökodesign-Verordnung 2019/2020.

Abnahme, Dokumentation und Gewährleistung

Zum Abschluss gehört ein Messprotokoll der Elektroanlage nach DIN VDE 0100-600, das Isolationswiderstand, Schleifenimpedanz und RCD-Auslösezeit dokumentiert. Für die Sanitärinstallation empfiehlt der Zentralverband Sanitär Heizung Klima ein Dichtheitsprotokoll. Beide Unterlagen sind bei Versicherungsfällen entscheidend, da fehlende Nachweise zu Leistungskürzungen führen können.

Wer die einzelnen Schritte konsequent abarbeitet, erhält ein Badezimmer, das technisch belastbar ist und gestalterisch trägt. Vor dem ersten Bohrloch lohnt sich ein Blick in die aktuelle Normenlage, denn Regelwerke wie die DIN 18534 wurden zuletzt 2017 grundlegend überarbeitet und lösen ältere Ausführungen ab.

(Bildrechte: Bild von leemelina08 auf Pixabay)


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