Schlüsselschraube oder Schlossschraube für Holzpfosten?
Als Heimwerker lernt man ja nie aus. Und am besten lernt man aus eigenen Fehlern. Wir haben an unserer Terrasse einige Sichtschutzelemente aus Holz angebracht. Weniger des Sichtschutzes wegen sonder mehr als Windschutz, denn bei uns in Schleswig-Holstein bläst es ganz schön. Wie es sich gehört, haben wir die Pfosten (9 x 9 cm) ordentlich in einbetonierte H-Anker gesetzt. Mit Luft zum Boden wegen der Feuchtigkeit etc. Bis dahin also alles richtig gemacht.

Schlüsselschraube (links) oder Schlosschraube (rechts)?
Aber dann habe ich mich leider im Baumarkt von dem Angebot verlocken lassen, gleich die Tüten mit den günstigen Schlüsselschrauben mitzunehmen, die geschickt direkt neben den Holzpfosten angebracht waren. Als Neu-Pfosten-Setzer dachte ich mir natürlich: Hängt daneben, gehört wohl dazu. Tja, weit gefehlt. Passt zwar dazu. Aber eben nicht richtig. Und vor allem nicht, wenn hier im Norden Aiolos aus voller Lunge pustet.
Das Problem war leider, dass die starke Windlast – gerade in der stürmischeren Herbst-/Winterzeit – ganz schön an den Sichtschutzelementen gerüttelt hat. Das war zeitweise so stark, dass ich schon einen Sturmanker gekauft hatte, um diesen dann dieses Frühjahr als Stütze anzubringen. Doch dann fiel mir glücklicherweise auf, dass die Schlüsselschrauben sich an einigen Pfosten etwas gelöst hatten, denn die Unterlegscheiben klapperten. Und da erinnerte ich mich daran – etwas spät leider – dass wir an den 14′er Pfosten unseres Carports auch Schraubverbindungen an den H-Ankern angebracht haben. Aber hier eben Schlossschrauben und keine Schlüsselschrauben. Für schwierige Bohrarbeiten empfiehlt sich eine sogenannte Säulenbohrmaschine. Oftmals bewegen sich neue Modelle in einem sehr hohen Preisrahmen, daher sollte man auch auf Angebote gebrauchter Säulenbohrmaschinen achten.
Der Vorteil ist eigentlich logisch. Die Schlüsselschrauben werden jeweils auf jeder Seite in den Pfosten geschraubt, haben aber keine Verbindung miteinander und bauen damit nicht die benötigte Spannung auf, um den Pfosten fest mit dem H-Anker zu verbinden. Die Schlossschraube dagegen wird durch den Pfosten durchgesteckt und bildet damit eine kraftschlüssige Verbindung, welche den Pfosten zwischen die beiden Schenkel des H-Ankers fest einspannt. Ich habe das mit einem Pfosten getestet – eben jenem, an dem ich den Sturmanker anbringen wollte. Und siehe da: da wackelt nichts mehr! Also alle Schrauben ersetzt und der nächste Sturm kann kommen.
P.S. Man möge mir die laienhafte Erklärung der Schraubenphysik verzeihen. Ich hoffe aber dennoch, dass es verständlich ist. Und wer ein paar Schlüsselschrauben brauchen kann: Ich hätte welche günstig abzugeben ;)



1. April 2010 
Ist eine Maschinenschraube nicht noch eine bessere Lösung??
Stimmt, damit könnte man auf beiden Seiten den entsprechenden Druck aufbauen.
Denke, dass eine Sechskant-Maschinenschraube oder wie hier bezeichnet Schlüsselschraube doch eine bessere Lösung darstellt, da man Sie mit zwei Maulschlüsseln sehr fest anziehen kann. Bei einer Schloßschraube ist das unter Umständen im genannten Fall nicht möglich, da sich unter dem Kopf ein kleiner Vierkant befindet, welcher sich im Holz verkrallen sollte um den nötigen halt zu erzeugen. Da aber ein H-Pfosten aus mindestens 5mm starkem verz.Stahl besteht ist es eher unwahrscheinlich, dass sich der Vierkant im Holz verkrallt und damit einen festen Sitz der Schraube gewährleistet.
Das sind natürlich Argumente, die durchaus für die Sechskant-Schraube sprechen. Danke für den Tipp.